Soil2data – Pflanzenbau der Zukunft 1,3 Millionen Euro für das mobile Bodenproben-Labor

Dr. Arno Ruckelshausen (rechts) führte die zahlreichen Gäste aus Regional-, Landes- und Bundespolitik während der Veranstaltung durch die Laborräume auf dem Campus Westerberg.
Dr. Arno Ruckelshausen (rechts) führte die zahlreichen Gäste aus Regional-, Landes- und Bundespolitik während der Veranstaltung durch die Laborräume auf dem Campus Westerberg.

Durch Bodenanalysen bekommen Landwirte wertvolle Informationen über den Zustand ihrer Felder. Doch das Verfahren kostet Zeit und macht es unmöglich Düngemittel zeitnah und effizient einzusetzen. Das Projekt »Soil2data« der Hochschule Osnabrück könnte die Bodenanalsyse vereinfachen und beschleunigen.

»Die Beteiligten des Forschungsprojekt arbeiten daran, den Einsatz von Rohstoffen zu reduzieren – gleichzeitig tun Sie etwas für die Umwelt, den Klimaschutz und die Ernährung«, lobte Peter Bleser die Beteiligten des Forschungsvorhabens »Mobiles Bodenproben-Labor und Datenfusion für den ressourceneffizienten Pflanzenbau« – kurz soil2data. Laut Bleser – Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) – tragen sie mit ihrer Forschung dazu bei, die Akzeptanz der Landwirtschaft zu erhöhen. Die Hochschule Osnabrück und alle weiteren Projektbeteiligten erhielten von Bleser nun die Zuwendungsbescheide. Das BMEL und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung fördern das Projekt in der »Richtlinie über die Förderung von Innovationen in der Agrartechnik zur Steigerung der Ressourceneffizienz« über drei Jahre mit mehr als 1,3 Millionen Euro. Die Hochschule Osnabrück erhält 424.000 Euro.

Im Projekt »soil2data« wird ein mobiles Bodensensor-Modul für Trägerfahrzeuge entwickelt, das während der Fahrt über ein landwirtschaftliches Feld eine Bodenanalyse durchführt und die Bodenprobe nach der Messung auf dem Feld lässt. Das Forschungsteam arbeitet daran, dass die Ergebnisse der Analyse künftig zeitnah zur Verfügung stehen. »Wir lassen den Boden auf dem Acker, denn wir wollen nur die Daten«, erläuterte Dr. Arno Ruckelshausen während der Projektvorstellung.

Ein Landwirt soll durch das mobile Bodenproben-Labor schnell darüber informiert werden, wie es etwa um den Nährstoffgehalt des Bodens bestellt ist – in welchem Maß zum Beispiel Stickstoff oder Phosphat vorhanden sind. Für derartige Informationen sind derzeit eine Probenentnahme und eine anschließende Analyse im Labor notwendig, die ein bis drei Wochen dauern kann. Durch die neue Methode könnten Landwirte zeitnah reagieren und so Düngemittel effizient und gezielt einsetzen. Dabei könnten sie mithilfe der neuen Technik künftig sogar sehr kleine Flächenabschnitte analysieren und hier differenziert düngen. Dadurch würden Ressourcen eingespart und gleichzeitig die Umwelt entlastet. Außerdem könnten unnötige Ausgaben vermieden werden.

Sogenannte »ionenselektive Feldeffekttransistoren (ISFET)« stellen die Sensorschlüsselkomponente des Bodensensor-Moduls dar. Die Sensoren werden zur Messung der Nährstoffe Stickstoff, Phosphat und Kalium, des pH-Wertes und der Leitfähigkeit des Bodens genutzt. Aktuelle Messdaten können online mit vorhandenen Daten – zum Beispiel mit vorliegenden Ertragsdaten oder auch Ertragspotenzialkarten – zeitnah für das Düngemanagement verknüpft werden.

Neben der Hochschule Osnabrück sind folgende Unternehmen an dem Projekt beteiligt: Anedo Ltd., Bodenprobetechnik Nietfeld,  iotec, LUFA Nord-West, MMM tech support sowie Deepfield Robotics (eine Robert Bosch Start-up). Das Zusammenspiel von Hochschule und Wirtschaft stellte Peter Bleser besonders heraus: »Grundlagenforschung ist etwas Schönes. Aber die Anwendung ist das Entscheidende.«