Jeder Zuschauer ist mittendrin Virtuelle Realität via Satellit

Ob mit Brille oder Headset: Teil einer Veranstaltung zu sein, bei der man gar nicht anwesend ist? Dieser Traum könnte wahr werden.
Ob mit Brille oder Headset: Teil einer Veranstaltung zu sein, bei der man gar nicht anwesend ist? Dieser Traum könnte wahr werden.

Ein neues Videoübertragungsverfahren könnte Zuschauer großer Events auch zuhause die Möglichkeit geben, sich als Teil der Veranstaltung zu fühlen. Das Fraunhofer HHI und SES zeigen auf der IBC eine Virtual-Reality-Demonstration der Videoübertragung per Satellit.

Auf der diesjährigen IBC in Amsterdam demonstrieren SES und das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut die Übertragung eines 10Kx2K-Panorama-Videosignals via Satellit an mehrere Geräte: Das Panorama-Signal wird am SES-Stand empfangen und an einen Ultra-HD-Bildschirm sowie an mehrere Head-Mounted-Geräte für VR-Anwendungen (Virtual Reality) übertragen.

Bei dieser Demonstration wird mit der OmniCam-360-Kamera des Fraunhofer HHI gefilmt und das Panoramabild per Astra 19,2 Grad Ost von SES übertragen. Die Präsentation soll einen ersten Eindruck liefern, wie ein Virtual-Reality-360°-Video künftig aussehen könnte. Der Zuschauer kann dabei den Blickwinkel auswählen, heran- und herauszoomen, das Bild auf dem TV-Bildschirm mit einer einfachen Fernbedienung drehen oder sich für das Tragen eines VR-Headsets entscheiden, auf das das Videosignal ausgegeben wird.

Mit dem neuen Videoübertragungsverfahren soll Zuschauern erstmals eine wirklich immersive Erfahrung ermöglicht werden, nämlich Teil einer Veranstaltung zu sein. Dabei ist es natürlich egal, ob es sich um eine Sportveranstaltung, Konzerte oder andere Live-Shows handelt.

Ein Stadion, selbst wenn es noch so groß ist, bietet nur begrenzten Platz. Gerade bei Großveranstaltungen wie wichtigen Fußballturnieren oder Konzerten reichen die Plätze oft nicht für alle Fans aus. Außerdem wäre häufig eine zu weite Anreise nötig. „Stellen Sie sich ein Live-Event irgendwo auf der Welt vor, gefilmt mit professionellen Kameras wie unserer OmniCam-360 , das dann via Satellit weltweit an ein riesiges Publikum übertragen wird. Und jeder einzelne Zuschauer hat den besten Platz mitten in der Show“, schwärmt Dr. Ralf Schäfer, Leiter der Videoabteilung am Fraunhofer HHI. „Wir verwenden eine Kombination aus verschiedenen Technologien, um zu demonstrieren, was durch die Nutzung von Hybrid-Ansätzen möglich ist.“

Ergänzend erklärt Thomas Wrede, Vice President Reception Systems bei SES: „Satelliten sind der beste Übertragungsweg für solche neuen Arten von Videoerfahrungen, da sie die Übertragung von enormen Datenmengen bewältigen, ohne terrestrische Netze zu belasten. Außerdem erlauben Technologiestandards wie SAT>IP den Zuschauern zuhause, nicht nur ein Gerät auszuwählen wie einen TV-Bildschirm, ein Tablet oder VR-Geräte, sondern sie können zudem ihre bevorzugte Position beim Ansehen auswählen.“