Industrial Radio Lab Germany Vierter Standort entsteht beim ifak e.V. in Magdeburg

Wissenschaftler des ifak –  Institut für Automation und Kommunikation e.V. beim Test eines Funksystems zur Datenübertragung.
Wissenschaftler des ifak – Institut für Automation und Kommunikation e.V. beim Test eines Funksystems zur Datenübertragung.

Ein Labor zur Untersuchung von Funktechniken für industrielle Anwendungen wird ab September 2019 beim ifak – Institut für Automation und Kommunikation e.V. aufgebaut. Es ist Teil des nationalen Projekts »Industrial Radio Lab Germany«, in dem insgesamt vier Standorte aufgebaut werden.

Das Industrial Radio Lab Germany stellt durch seine Aufteilung auf vier Standorte regional Expertise und Infrastruktur bereit, damit insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen Digitalisierungsstrategien erproben können.

Obwohl bereits verschiedene Funktechniken für die Industrie kommerziell verfügbar sind, ist deren Verbreitung zurzeit gering, denn die strengen Anforderungen im industriellen Sektor, beispielsweise im Hinblick auf die Sicherheit des Systems, führen zu Vorbehalten.

In den vier Industrial Radio Labs – Bremen, Dresden, Kaiserslautern und Magdeburg – sollen daher speziell diese Vorbehalte gegenüber der Funkkommunikation adressiert werden. Jedes Labor fokussiert sich auf die spezifischen Belange unterschiedlicher Branchen.

So kümmert sich der Magdeburger Standort um flexible Produktion und Anlagen der Wasserwirtschaft. Das Industrial Radio Lab der Technischen Universität Dresden fokussiert sich auf taktile Produktionsanlagen und Anlagen der Mikroelektronik. Die Belange von Luft- und Raumfahrt, Logistik, Gesundheitswesen und Automatisierung werden von der Universität Bremen behandelt und die Technische Universität Kaiserslautern fokussiert sich auf sichere Produktionsanlagen und das Internet der Dinge.

Das ifak verfügt über 20 Jahre Erfahrung bei der Erforschung industrieller Funkkommunikationstechnik. »Testlabor und Versuchsfeld des Industrial Radio Lab Magdeburg werden die Voraussetzungen zur Überführung von Forschungsergebnissen in die Praxis weiter verbessern« sagt Dr. Lutz Rauchhaupt, stellvertretender Geschäftsfeldleiter IKT & Automation am ifak.

Die Fabrik der Zukunft zeichnet sich durch kürzere Entwicklungszyklen, sowie höhere Produktindividualisierung aus und benötigt daher schnell rekonfigurierbare Produktionsressourcen.

Für die Vernetzung von Maschinen und Anlagen werden Funksysteme daher immer interessanter. Dazu zählt auch die fünfte Mobilfunkgeneration (5G), die die Anforderungen industrieller Anwendungen abdecken soll. Zu deren Erprobung ist die Zusammenarbeit mit dem 5G Campus – digitaler Korridor Magdeburg geplant.

Das Industrial Radio Lab Magdeburg wird über die Projektlaufzeit von 4,5 Jahren mit 1,3 Mio. Euro gefördert. Die aufgebaute Infrastruktur und das Netzwerk zwischen Forschung und industrieller Entwicklung wird nach Projektende an allen Standorten weitergenutzt.