Bluetooth 5 Viermal so weit, doppelt so schnell

Die Bluetooth SIG kündigt die nächste Generation des populären Funkstandards an. Neben »höher, schneller, weiter« gibt es eine wichtige Funktion für das IoT.

Ende 2016 oder Anfang 2017 soll Version 5 des Bluetooth-Standards fertig sein. Die viermal so hohe Reichweite soll belastbare und zuverlässige Verbindungen für IoT-Anwendungen ermöglichen. Damit erweitert die Bluetooth-SIG den Einsatzbereich des “Blaufunks” über die Grenzen der eigenen vier Wände hinaus. Entwickelt wurde Bluetooth als Kabelersatz, um Computerperipherie an einem Arbeitsplatz oder zumindest innerhalb des gleichen Raums miteinander zu verbinden. Durch das Internet der Dinge sind neue Einsatzbereiche hinzugekommen: Viele Fitness-Armbänder oder auch Smart Watches kommunizieren über Bluetooth mit einem Smartphone als Kommunikations-Schnittstelle ins Internet. Angesichts der Fülle der zu erwartenden Sensoren, die vernetzt werden sollen, liegt es nahe, dass Bluetooth den Einzugsbereich eines einzelnen Raumes sprengt. Momentan gibt es drei Klassen von Sendestärken und Reichweiten, die sich von 1 m bis 100 m erstrecken.

Die am häufigsten verwendete dürfte Klasse 2 sein, die bei 2,5 mW Sendeleistung bis zu 10 m weit reicht. Die stärkste Klasse mit 100 m Reichweite und max. 100 mW Sendeleistung gibt es erst seit der Bluetooth-Version 4.0. Die Entfernungsangaben beziehen sich jeweils auf ein freies Sichtfeld. Mit 5.0 soll dann auch die Funkvernetzung für Wohnhäuser, größere Gebäude und Außenbereiche umgesetzt werden können. Allerdings steht in der Pressemitteilung der Bluetooth-SIG nichts davon, dass die Reichweite nun auf 400 m ausgedeht werden soll, vielmehr ist das Ziel die “vierfache Reichweite von Low-Energy-Verbindungen”.

Weiterhin soll mit Bluetooth 5.0 das Antwortverhalten optimiert bzw. die Latenz gesenkt werden. Die höhere Übertragungskapazität wird sich einerseits in einer Verdoppelung der Datenrate bei Punkt-zu-Punkt-Verbindungen äußern, soll aber gleichzeitig auch eine achtmal so hohe Broadcast-Kapazität bereitstellen. Zu diesen sog. verbindungslosen Diensten zählen z.B. "Beacons", die standortrelevante Informationen verteilen oder für die Navigation in Innenräumen genutzt werden können.