Mobilfunk Symbian als Rettungsanker für Nokia?

Es gibt immer neue Versuche von Nokia-Chef Stephen Elop, dem ins Schlingern geratenen Mobilfunkkonzern wieder erfolgreichere Tage zu bescheren: Nun soll erneut das eigene Betriebssystem Symbian für steigende Smartphone-Verkaufszahlen sorgen - vor einem halben Jahr noch war Windows Phone 7 der Favorit.

Genau zum Sommersonnwend-Tag erhofft sich Nokia-CEO Stephen Elop  auch die Trendwende für sein Unternehmen. Doch es werden weiter harte Zeiten für den finnischen Mobilfunkkonzern, denn die Strategie des früheren Microsoft-Managers ähnelt eher einem Zickzack-Kurs.

Diese schwankenden Kurs-Ausrichtungen hat Elop nun elegant umschrieben: „Vor wenigen Monaten haben wir eine umfassende Strategie vorgestellt, um den zukünftigen Weg von Nokia zu ändern“, sagte Elop  im Rahmen eines Webcasts von der diesjährigen „Nokia Connection“ in Singapur. Er fuhr fort (auch in einer Presseerklärung) mit der Erkenntnis: „Im Kern dieser neuen Strategie steht Innovation."

Und weiter: "Heute haben wir Beispiele gezeigt, die das neue Tempo von Nokia bei diesem Thema demonstrieren. Dies ist der Beginn einer neuen Ära für Nokia.“

Im Detail: Hatte Elop noch vor kurzem erst angekündigt, auf Windows Phone 7 setzen zu wollen, so soll nun das Betriebssystem Symbian in neuen Smartphones wieder zum Rettungsanker werden.  Im Juli will Nokia mit der Auslieferung des seit letztem Jahr angekündigten N8 beginnen, ebenso mit dem E7, dem C7 sowie dem C6-01 mit Symbian in der Version Anna - dabei handelt es sich um das neueste Symbian-Derivat, das eine Vielzahl an Verbesserungen beim Nutzererlebnis mit sich bringen soll.

Ab Ende August soll Symbian Anna für Nutzer, die bereits eines dieser Geräte besitzen, zum Download bereitstehen. Und im Laufe der nächsten zwölf Monate plant Nokia, bis zu 10 weitere Smartphones auf Symbian-Basis auf den Markt bringen.

Das Setzen auf das Smartphone-Pferd wird durch ein weiteres Gerät untermauert, welches vorgestellt wurde: das N9. Dabei handelt es sich um reines Touchscreen-Gerät. Es verfügt über drei Startansichten und eine neue Bedienoberfläche, die sich mit den bekannten Fingerbewegungen steuern lässt. Dieses Telefon soll nicht zuletzt Entwickler inspirieren, leistungsfähige Applikationen auf Basis der Entwicklungsumgebung Qt zu realisieren.

Überhaupt steht Qt offensichtlich im Zentrum von Nokias momentanem Smartphone-Portfolio. Derzeit gibt es nach Angaben des Unternehmens weltweit mehr als 100 Millionen Qt-fähige Nokia Geräte, deren Besitzer eine steigende Zahl an Qt-basierten Applikationen aus dem Ovi Store laden, auch und gerade in Wachstumsmärkten wie dem Asien-Pazifik-Raum. Nokia will diesen Trend künftig noch weiter verstärken und den Markt für Qt und dessen Möglichkeiten vergrößern, indem Qt durch anhaltende Investitionen wichtiger Bestandteil der „Next Billion“-Strategie des finnischen Unternehmens werden soll - womit sich in den kommenden Jahren sowohl Reichweite als auch Möglichkeiten für Qt-Entwickler deutlich vergrößern sollen.