Nvidia »Superheld« Tegra-3 vorgestellt

Auf dem Mobil World Congress (MWC) hat nach TI und Qualcomm nun auch Nvidia seinen neuen Applikationsprozessor vorgestellt: Kal-El (Superman) oder einfach nur Tegra-3 enthält nicht den neuen ARM-Core Cortex-A15, sondern "nur" den Cortex-A9, dafür aber gleich in einer Quad-Core-Ausführung.

Bescheidenheit kann man Nvidia nicht vorwerfen: Die Prozessor-Roadmap enthält nach dem Tegra-3 (Superman) die Codenamen Wayne (Batman), Logan (Wolverine) und Stark (Iron Man) - alles bekannte Superhelden.

Auf dem MWC wurde freilich erstmal Kal-El vorgestellt, der dank vier jeweils mit 1,5 GHz getakteten ARM Cortex-A9-MPCore auf 15000 DMIPS kommen sollte. Diese Rechenleistung ist nominell etwas höher als bei TIs neuem OMAP5-Dual-Core, allerdings stellt sich die Frage, welchen Overhead der Quadcore generiert und welches mobile Betriebssystem die Arbeitslast tatsächlich symetrisch auf die vier Cores verteilen kann. Im Vergleich zu Qualcomms Snapdragon-Plattform mit dem Krait-Prozessor dürfte Tegra-3 unterlegen sein, wenn sich die von Qualcomm kommunizierten Daten im Silizium bestätigen sollten.

Im Vergleich zum Vorgängermodell Tegra-2 wird Tegra-3 eine "dreimal schnellere Grafik" aufweisen - so Nvidia auf dem MWC. Dies würde bedeuten, dass Tegra-3 rund 270 Mio. Dreiecke/s liefern wird, dass ist deutlich mehr als TI's PowerVx-Engine 554 von OMAP5 und Qualcomms Adreno-225-GPU, die in der Dual-Core-Version zum Einsatz kommen soll: Beide liegen jeweils bei 175 Mio. Dreiecken/s. Lediglich Qualcomms GPU Adreno 320 toppt diesen Wert mit geschätzten 330 Mio. Dreiecken/s, diese GPU wird allerdings nur in der Quad-Core-Snapdragon-Version zum Einsatz kommen, die wegen eines zu hohen Energiebedarfs nicht für Mobilgeräte sondern für Netbooks & Co. gedacht ist.

Es wird eine Tablet-Version mit der Bezeichnung T30 geben, die Displays mit bis zu 1920x1200 Bildpunkten unterstützt und eine Smartphone-Version mit der Bezeichnung AP30, welche Displays mit "nur" 1366x768 Punkten unterstützt. Weiterhin wird Blu-Ray-Video unterstützt.

Wo Nvidia allerdings unabhängig von allen technischen Daten sowohl TI als auch Qualcomm aussticht, ist die Verfügbarkeit: Bereits im August 2011 soll es erste Geräte mit Tegra-3-Prozessoren geben, dies sind wohl je nach Derivat 3-6 Monate früher als bei der Konkurrenz.