Mobilfunk Smartphone-Boom mit Netzagentur als LTE-Bremse

Die Verbreitung von Smartphones ist in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Inzwischen besitzen 38 Prozent aller Bundesbürger ab 14 Jahren ein solches Mobiltelefon. Doch leider verzögert Personalmangel bei der Bundesnetzagentur den dringend nötigen Ausbau der schnellen LTE-Netze, für die die neuen Smartphone-Generationen ausgelegt sind.

Allerdings: Der Anteil der Smartphone-Besitzer nimmt mit steigendem Alter stark ab. So hat nur jeder Vierte (26 Prozent) zwischen 50 und 64 Jahren ein solches Mobiltelefon. Bei den Personen ab 65 Jahren ist es sogar nur jeder zehnte (10 Prozent). Von den unter 30-Jährigen hingegen haben sich schon zwei Drittel (65 Prozent) mit einem Smartphone ausgestattet. Dies entspricht einem Wachstum um 14 Prozentpunkte in dieser Altersgruppe seit Jahresbeginn.

Weitere Daten der Umfrage: Rund 89 Prozent aller Deutschen über 14 Jahre nutzen ein Handy (welcher Art auch immer) privat oder beruflich. Auch immer mehr Senioren telefonieren mobil. Besaßen vor einem Jahr noch zwei Drittel (65 Prozent) aller Deutschen ab 60 Jahre ein Handy, sind es nun schon drei Viertel (76 Prozent) - allerdings eben meist ein normales "Handy". 

 Nach Prognosen des Marktforschungsinstituts EITO werden übrigens in diesem Jahr voraussichtlich 23 Millionen Smartphones in Deutschland verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Anstieg von 43 Prozent. Damals wurden 16 Millionen Stück abgesetzt. Rund 70 Prozent aller in diesem Jahr verkauften Handys sind nach den Prognosen Smartphones. Auch der Umsatz mit Endgeräten steigt weiter.

Mit Mobiltelefonen werden 2012 insgesamt 8,5 Milliarden Euro umgesetzt. 93 Prozent davon entfallen auf Smartphones. Ihr Durchschnittspreis liegt in Deutschland derzeit bei 342 Euro.

Zur Technologie: Die Smartphones der neuesten Generation (sie kommen allerdings erst schleppend in den Markt) nutzen den Mobilfunkstandard Long Term Evolution (LTE). LTE ist der Nachfolger von UMTS und ermöglicht in seiner ersten Version Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 75 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Die derzeit in der Praxis meistgenutzte Bandbreite liegt zwischen 5 und 20 Mbit/s. Mit der anstehenden Weiterentwicklung zu LTE-Advanced werden 10 bis 60 Mbit/s im Praxisbetrieb erreicht. Allerdings droht Deutschland bei LTE international zurückzufallen.

Kritik des BITKOM-Verbandes: „Die Netzbetreiber könnten LTE viel schneller ausbauen, doch die Bundesnetzagentur bearbeitet die gestellten Anträge auf Richtfunkgenehmigungen nur mit erheblichen zeitlichen Verzögerungen“. - Ohne diese Genehmigungen können die zum  Ausbau von LTE notwendigen Stationen nicht in Betrieb genommen werden. Statt der gesetzlich vorgeschriebenen 6 Wochen dauert die Bearbeitung nach BITKOM-Schätzungen derzeit durchschnittlich 22 Wochen. Laut Bundesnetzagentur wurden inzwischen zwar zusätzliche Stellen besetzt, um den Antragsstau zu bearbeiten. Dieser wird jedoch frühestens in einem Jahr abgebaut sein.