Navigationsmarkt Satellitennavigation: wie es weitergeht

Zur Weiterentwicklung der Satellitennavigationstechnik sprach elektroniknet mit Kanwar Chadha, dem Gründer der bekannten GPS-Chip-Firma SiRF Technology und jetzigem Firmenvorstandsmitglied von CSR.

SiRF Technology, bekannt durch seine sehr leistungsfähigen GPS-Chipsätze der SiRFstar-Familie, war im Herbst 2009 vom Kommunikations-Halbleitertechnik-Unternehmen CSR übernommen worden. Kanwar Chadha ist im dortigen Führungsgremium nun als Chief Marketing Officer tätig und koordiniert die Produkt-Philosophie des Konzerns vor allem unter Berücksichtigung der Satellitennavigationstechnik.

Er ist der Meinung, dass derzeit China der Markt ist, der in Bezug auf Wireless-Anwendungen, nicht zuletzt in Bezug auf die Integration von Navigationsfähigkeiten in alle Geräte am meisten boomt.

Seiner Einschätzung nach wird der weltweite Smartphone-Sektor die dominierende Gerätekategorie für Navigationsanwendungen werden, der reine PND-Sektor (Personal Navigation Devices) wird nur einen kleinen Marktanteil für sich beanspruchen.

Diese Ansicht wird übrigens auch durch die Marktforscher von iSuppli gestützt, die den weltweiten Absatz von navigationstauglichen Smartphones und PNDs bis 2013 prognostizieren (siehe Grafik). Daraus ist zu ersehen, dass in 2013 rund 436 Mio. GPS-Smartphones weltweit verkauft werden dürften. Nur rund 10 Mio. Stück werden demnach 2013 der PND-Kategorie zuzurechnen sein.

Das überwiegende Anwendungsgebiet der Navigation wird nach Kanwar Chadha künftig der Social-Networking-Sektor sein, wobei die Lokalisierungsfunktionen z.B. von Freunden in sehr umfangreiche Multimedia-Inhalte eingebettet sein werden.

Kommende Navigations-Chips werden nach Chadha auch in der Lage sein, das amerikanische GPS-, das europäische Galileo-, das russische Glonass- und das chinesische Compass-Satellitennavigationssystem simultan als Single-Chip-CMOS-Lösungen nutzen zu können, bei weiter steigender HF-Empfindlichkeit. Dadurch steht künftig ein Vielfaches der heutigen Satellitenanzahl zur Positionsbestimmung zur Verfügung.

Ein Aspekt verdient nach Meinung von Kanwar Chadha jedoch besondere Beachtung: Künftige Navigations-Chips werden seiner Meinung nach das gesamte HF-Spektrum von 800 MHz bis 2,5 GHz in ihrer jeweiligen Umgebung abfragen und beobachten daraus Schlüsse auf die Position ziehen und ihre Betriebsarten darauf einstellen.

So deutet z.B. das Fehlen von Satellitensignalen bei gleichzeitig starken WLAN-oder Buetooth-Signalen darauf hin, dass man sich in einem Gebäude befindet. Die Abfrage z.B. der WLAN-Hotspot-Positionen aus einer Datenbank über das Mobilfunknetz könne dann eine äußerst genaue Positionsangabe ergeben. Die Satellitennavigation könnte in diesem Fall auch abgeschaltet werden, was zusätzlich Strom sparen hilft.