Mobile World Congress 2015 Samsungs Galaxy S6 erhält ersten 14-nm-Prozessor der Welt

Der Exynos 7420 Octa ist der erste 14-nm-FinFET-Prozessor auf dem Markt.
Der Exynos 7420 Octa ist der erste 14-nm-FinFET-Prozessor auf dem Markt.

Bislang ein Gerücht, jetzt offiziell: Samsungs High-End-Smartphone Galaxy S6 erhält mit dem Exynos 7420 den ersten 14-nm-FinFET-Prozessor aus eigener Herstellung, Qualcomms Snapdragon 810 bekommt eine Absage.

Das Galaxy S6 wird angeblich in einen Mantel aus Metall und Glas gehüllt sein, wodurch das Gerät deutlich dünner ausfallen würde als sein Vorgänger. Dazu kommt Flashspeicher nach UFS 2.0, der drei Mal so schnell wie der aktuell verwendete eMMC-Speicher sein würde und bis zu 1,2 GB pro Sekunde übertragen könnte. Damit würde er fast die Werte einer SSDs erreichen und dabei noch deutlich energiesparender sein. Dazu sollen erstmals in einem Smartphone 3 GB RAM verbaut werden.

Der kolportierte Preis von 1.049 Euro für die Version mit 128 GB Speicher würde sogar das iPhone toppen, allerdings würde der Nutzer einmal wirklich eine Innovation erhalten, die einen Flaschenhals aller heute verfügbaren Smartphones, nämlich die Speicherschnittstelle, beseitigen würde.

Erster 14-nm-Prozessor verfügbar

Erster Kanditat für Samsungs Flagship-Smartphones war in der Vergangenheit stets das jeweils leistungsfähigste Snapdragon-Modell aus dem Hause Qualcomm. Diesmal kommt es jedoch alles anders, da der 8-Core-Chip mit vier mit jeweils maximal 1,8 GHz getaktete 64-bit-ARM Cortex-A57 und vier Cortex-A53 in big.LITTLE-Konfiguration bei hoher Dauerlast angeblich an Überhitzungsproblemen leide.

Stattdessen wird mit dem Exynos 7420 aus eigenem Hause der erste in einem 14-nm-FinFET-Prozess gefertigte Prozessor zum Einsatz kommen. Dies ist insofern überraschend, als dass man bislang davon ausgegangen ist, dass eine Massenfertigung in 14 nm nicht vor dem 3. Quartal 2015 möglich ist.

Ein erster kolportierter Benchmark zeigt eine extrem hohe Rechenlesitung für den Exynos 7420 an: Beim AnTuTu erzielte eine Vorserienversion über 60.000 Punkte, zum Vergleich, der Snapdragon 810 kommt auf 52.275 Punkte und Apples A8 auf nur 21.205 Punkte. Die Frage, die sich natürlich immer stellt, ist, ob diese theoretischen Werte in der Praxis erreicht werden - hier spielen die Wärmeentwicklung im Dauerbetrieb, die eine Heruntertaktung erzwingen kann, und die Skalierung der Apps über acht Cores eine Rolle. Im Single-Thread-Betrieb ist Apples A8 zusammen mit Nvidias Tegra-K1-64 immer noch das Maß aller Dinge.

Da Samsung keine In-House-Modem-Technologie besitzt, die man auf dem Exynos-SoC integrieren könnte, ist man gezwungen, zusätzlich zu dem Applikationsprozessor noch ein diskretes LTE-Modem auf dem PCB zu verbauen, was die Herstellungskosten hochtreibt. Qualcomms Snapdragon hingegen liefert alles auf einem Die: CPUs, GPU, DSP und LTE-Modem. Deswegen ist Snapdragon aus ökonomischen Erwägungen bei den meisten Smartphone-Herstellern erste Wahl. Samsung taucht jedoch nicht mehr auf Qualcomms Listen auf, stattdessen gab es eine Warnung in der Bilanz.

Als GPU kommt die bei Samsung schon häufig eingesetzte GPU Mali T-760 GPU von ARM zum Einsatz.