Forschung Neuer Funkstandard für Fabrik der Zukunft

Die Professoren Uwe Meier (links) und Jürgen Jasperneite vom inIT gehen mit Zuversicht in die neue Entwicklung.
Die Professoren Uwe Meier (links) und Jürgen Jasperneite vom inIT gehen mit Zuversicht in die neue Entwicklung.

Kabel sind zu teuer, WLAN ist zu unzuverlässig, Bluetooth zu langsam – Forscher der Hochschule OWL wollen einen völlig neuen Funkstandard für die Fertigung der Zukunft entwickeln und bekommen dafür vom BMBF gut eine halbe Million Euro.

Bestehende Funktechnologien stoßen in der »Fabrik der Zukunft« an ihre Grenzen. Industrie 4.0 erfordert Funktechnologien, die mehr können, schneller, leistungsfähiger und gleichzeitig sicherer sind. Forscher am Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule OWL haben deshalb die Entwicklung eines ganz neuen Funkstandards in Angriff genommen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit 544.000 Euro.

Standort für diese Entwicklung ist das Forschungs- und Entwicklungszentrum Centrum Industrial IT (CIIT) in Lemgo. Dort arbeiten Forschungsinstitute und Industrieunternehmen gemeinsam an Technologien, die die Welt der Automatisierung und der IT verbinden. Das langfristige Ziel sind intelligente Produktionsanlagen mit Werkstücken, die über das Band laufen und selbst bestimmen, wohin sie transportiert und weiterverarbeitet werden wollen. An die Stelle der Massenproduktion soll eine individuelle Einzelfertigung treten.

»Um dieses Ziel zu erreichen, sind echte Innovationen in der Vernetzung von Industrieanlagen notwendig«, erläutert Professor Jürgen Jasperneite, Institutsleiter am inIT. Kabel-Installationen sind teuer und unflexibel. Die existierenden Funklösungen – wie WiFi, Bluetooth oder ZigBee – erreichen aber weder die erforderlichen Übertragungsraten noch die nötigen Reaktionszeiten. »Benötigt wird daher ein Funksystem mit einem aufeinander abgestimmtem, durchgängigen Design der Kommunikationsschichten«, ergänzt Professor Uwe Meier, Vorstandskollege von Jasperneite am inIT und Projektverantwortlicher.

An diesem Punkt setzt das Projekt HiFlecs des inIT an. HiFlecs steht für »hochperformante, sichere Funktechnologien und deren Systemintegration in zukünftige industrielle Closed-Loop-Automatisierungstechniken«. Ziel ist es, die bisher verwendeten Funktechnologien zu ersetzen. Generell soll die Effizienz und Flexibilität von Steuerungen und Regelungsprozessen gesteigert werden. »Gelingt dies,« so Meier, »haben wir ein neues industrielles Funksystem entwickelt, das weit über den heutigen Stand der Technik hinaus, neue Funktionalitäten und Eigenschaften in der Funkkommunikation bietet.«