Smartphones Mobilgeräte-Trends, Teil 1: das Smartphone versteht mich

Smartphone- oder Tablet-Display der Zukunft: stromsparend und immer kontrastreich, auch bei Sonne. Hier als Beispiel das Mirasol-Display von Qualcomm.
Smartphone- oder Tablet-Display der Zukunft: sehr stromsparend und immer kontrastreich, auch bei Sonne. Hier als Beispiel das Mirasol-Display von Qualcomm.

Es gibt wohl kaum ein Jahr, das bislang in der Mobilfunk-Welt diese Fülle an Technik-und Dienste-Innovationen vorweisen konnte. Kein Wunder: denn die Smartphone-Lawine repräsentiert ja eigentlich eine Revolution in der Computertechnik. Spracherkennung ist nur ein Beispiel.

Das Telefonieren scheint manchmal letztlich fast eine Nebensache in den neuen Smartphone-Generationen zu sein. Und wie unsere aktuellen Berichte hier im elektroniknet ja auch belegen, sind es vor allem die revolutionären Weiterentwicklungen der Chip-Integrationstechnologie, die aus den Mobilgeräten regelrechte Leistungs-Boliden der Computertechnik machen.

Eine wahre Flut an neuen Diensten und Smartphone-Funktionen erschließt sich heuer dem aufmerksamen Mobile-World-Congress-Besucher. Hier einige Trends:

- Spracherkennung: mittlerweile ist die Spracherkennung für den Bürocomputer so weit fortgeschritten, allerdings sprecher-abhängig, dass man von einer praktischen Anwendung auch in den neuen Smartphones wohl bald (im wahrsten Sinne des Wortes) reden wird. Denn die für eine vernünftige Spracherkennung erforderliche Rechen-und Speicherkapazität ist ja mittlerweile durch die extremen Fortschritte der Integrationstechnologie verfügbar. Man wird also demnächst speech-to-text-Anwendungen finden, mit denen man fehlerfrei seinem Smartphone einen Text in eine Word-Datei wird diktieren können.

- Multimedia-Dienste: gefördert durch neue Display-Technologie. Das Vorführen von Videos oder die Darstellung von PowerPoint-Präsentationen werden demnächst einen weiteren Akzeptanz-Schub erfahren, denn einerseits werden in bestimmte Smartphone-Kategorien demnächst auch LED-Beamer zur Projektion eingebaut sein (wenngleich noch nicht in der von Bürogeräten bekannten, jetzt verfügbaren Helligkeit).

Andererseits wird das Betrachten von hochwertigen Bildinhalten durch eine neue Generation von Displays eine weitere, hoch qualitative Dimension annehmen. Ein Beispiel hierfür ist die demnächst auch in großformatigeren Tablet-PCs zu findende Mirasol-Display-Technologie (Bild) von Qualcomm. Das Display arbeitet nach einem ausgeklügelten Farbwiedergabe-Konzept, das sehr stromsparend arbeitet und nur rund ein Viertel der Leistungsaufnahme eines herkömmlichen Displays aufweist. Andererseits ist die Farbdarstellung gerade bei hellem Sonnenlicht sehr intensiv bei diesem Display.

- Multimode-und Multiband-Betrieb: die künftigen Smartphones, und dies zeichnet sich jetzt schon ab, werden nicht nur UMTS oder HSPA+ beherrschen, sie werden vielmehr auch mit der dramatisch wachsenden LTE-Technologie zurecht kommen, und hier vor allem in den Frequenzbändern der digitalen Dividende, die ja als Relikte des alten Analog-Fernsehens unlängst frei geworden sind. Diese UHF-Bänder finden sich im Frequenzbereich von 700-900 MHz. Und so müssen die künftigen Handys auch mit diesen Frequenzen, und nicht nur mit den höheren Gigahertz-Frequenzbereichen zurecht kommen. Ganz abgesehen vom Betrieb im ISM-Band bei 2,4 GHz, wo beispielsweise Bluetooth und ZigBee zu finden sind. denn auch diese Technologien sind in neuem Mobilgeräten eingebaut. Und nimmt man dann noch RFID/NFC-Funktionen (beispielsweise zur Identifizierung oder zum Bezahlen) hinzu, dann wird auch das 13,56-Megahertz-Band mit einbezogen werden. Problem allerdings: die vielen Antennen, die ja auf die jeweilige Frequenz abgestimmt sein müssen.

- E-Payment: Das Handy wird immer mehr zur Geldbörse, die Bezahl-Funktionen über die Kurzstrecken-Funktechnologie NFC werden ergänzt durch RFID-und auch Bluetooth-oder ZigBee-Funktionen. Doch welche Übertragungstechnik auch immer benutzt wird: das e-Payment wird mehr und mehr zu einer Massenanwendung der Mobilgeräte werden. Allerdings ist hier das Problem der sicheren Authentifizierung noch im Detail zu lösen.