Verbesserte Leistungsausbeute Mobil-TV: Durchbruch dank Technologie-Schub?

Ein neue Technologie, genannt FLO-EV, soll das Mobil-TV und andere drahtlose Medien-Multicast-Dienste kostengünstiger und technisch unkomplizierter machen und diesen damit zu deutlich breiterer Akzeptanz bei uns verhelfen.

Laut Analysten soll der Weltmarkt für mobilen TV- und anderen Drahtlos-Medien-Konsum bis zum Jahre 2018 ein Volumen von 90 Mrd. US-Dollar überschreiten. Ein enormes Marktvolumen also, das natürlich sowohl die Technologie-Unternehmen wie auch Netzbetreiber und Content-Anbieter herausfordert, Innovationen umzusetzen und auch Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Ein wesentliches Element des drahtlosen Medien-Marktes für Handys und andere mobile Endgeräte ist das Mobil-TV, das bei uns in Europa durch die Technologien DVB-H, MediaFLO sowie DMB und auch partiell in Form von DVB-T in Mobil-Kommunikationsgeräten realisiert ist. Allerdings hat sich in Europa noch keiner der Standards auf wirklich breiter Linie durchsetzen können.

Als im Vergleich zu allen anderen Technologien sehr (im Mobilgerät) stromsparendes und bandbreiten-effizientes Konzept hat sich dabei MediaFLO (Forward Link Only) erwiesen, ein vom Kommunikations-Halbleiter-Konzern Qualcomm entwickeltes Air-Interface, das besonders in den USA schon für mobiles Fernsehen großflächig in Netzen eingesetzt und auch sehr akzeptiert und genutzt wird.

Eine Weiterentwicklung dieser Technologie wurde nun von Qualcomm vorgestellt. Sie nennt sich FLO-EV und soll im Wesentlichen eine noch angenehmere Nutzung der Dienste für den Abonnenten, größere Kanalkapazitäten und geringere Investitionskosten bringen.

Die wesentlichen Pluspunkte von FLO-EV sind, so das US-Unternehmen, im Vergleich zur Vorläufer-Technologie FLO-Rev.A eine um 3 bis 5 dB verbesserte Leistungs-Ausbeute, so dass sich dadurch der so genannte Link Margin erhöht, dadurch wiederum eine höhere Reichweite erzielbar ist und so letztlich die Investitionen in die (dann in geringerer Zahl aufzustellenden) Sendeanlagen weniger werden: Rund 30 bis gar 50 Prozent Kosten-Reduzierung sind angepeilt.

Unberührt bleiben und sogar verbessert werden sollen die bestehenden sehr kurzen Kanalwechselzeiten im Sekundenbereich bzw. die Stromaufnahme aus der Batterie im Mobilgerät. Auch die Aussendung von digitaler Zusatzinformation zum Mobil-TV (Infos, Aktienkurse, Wetter) oder das Einbinden interaktiver Dienste wird uneingeschränkt bleiben und damit als Alleinstellungsmerkmal den anderen Technologien gegenüber bestehen.

Verbessern soll sich weiter die spektrale Effizienz, d.h. die pro Frequenzband zu übertragenden Kanalzahlen, so dass die bestehenden Frequenzbänder noch besser genutzt werden können, was vor allem für die Frequenzbereiche der Digitalen Dividende (Frequenzen der früheren Analog-TV-Bereiche) ein Pluspunkt wäre.