Mobilfunk Handy-Telefonieren im Ausland erneut billiger

Das Roaming-Telefonieren im Ausland wird ab 1. Juli erneut billiger. Doch das EU-Preisdiktat sieht sich auch kritischen Stimmen gegenüber.

Die Preise für das Roaming, also die Weiterleitung von Anrufen ins Ausland oder Gespräche aus dem Ausland nach Deutschland, sind in den letzten Jahren mehrfach gesunken. Und ab dem 1. Juli wird es erneut billiger.

Zu den sinkenden Roaming-Preisen in den letzten Jahren haben spezielle Angebote vieler Netzbetreiber sowie auch eine EU-Regelung beigetragen. Und so dürfen bis Ende Juni abgehende Anrufe im Ausland höchstens 51 Cent pro Minute kosten, ankommende Gespräche maximal 23 Cent (inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer).

Ab dem 1. Juli 2010 gelten weiter abgesenkte Preisgrenzen: Dann dürfen abgehende Anrufe maximal 46 Cent kosten, ankommende Gespräche bis zu 18 Cent inklusive Mehrwertsteuer. Eine weitere Preissenkung ist für den Sommer 2011 vorgesehen.
 
Eine Obergrenze gilt auch für SMS: Der Versand von Kurzmitteilungen aus dem Ausland kostet maximal 13 Cent inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Das ist weniger als der typische Inlandspreis von 19 Cent.

Der Branchenverband BITKOM kritisierte diese Regelung, da nach dessen Auffassung bei der diktierten Preis-Deckelung den Unternehmen Geld für Investitionen in Netzausbau und -qualität fehle und deshalb die Preisdiktate kontraproduktiv seien.
 
Die EU greift übrigens inzwischen auch beim Daten-Roaming ein, also der mobilen Internet-Nutzung mit dem Handy im Ausland. Hier gibt es keine festen Preis-Limits für Endverbraucher. Reguliert werden die Entgelte, die sich die Netzbetreiber verschiedener Länder gegenseitig in Rechnung stellen.

Bereits heute dürfen Anbieter untereinander nicht mehr als einen Euro pro Megabyte für den Datentransfer berechnen. Diese Obergrenze wird schrittweise auf 80 Cent pro Megabyte im Jahr 2010 und 50 Cent pro Megabyte im Jahr 2011 abgesenkt.