Alarmmelden per Sigfox-LPWAN Ersatz für analoges Telefonnetz und ISDN

Ersatz für analoge und ISDN-Telefonanschlüsse für Alarmmeldeanalgen und M2M: Mutakom-Box mit Sigfox-Transceiver.
Ersatz für analoge und ISDN-Telefonanschlüsse für Alarmmeldeanlagen und M2M: Mutakom-Box mit Sigfox-Transceiver.

Mit dem Ende der analogen Telefonnetze und des ISDN verlieren Sicherheits- und Alarmanlagen den bisher gern genutzen Übertragungsweg. Die neuen Netze, IP-basierend, haben für diese Anwendungen einen Nachteil: sie bieten keine autarke Energieversorgung mehr.

In den nächsten Jahren werden viele analoge und ISDN-basierte Telefonnetze abgeschaltet und durch IP-basierte Netze ersetzt. Ein IP-Netzwerk bietet für die Telekommunikationsunternehmen zwar erhebliche Vorteile, es verursacht aber erhebliche Kosten für Anwender von M2M- und Alarmmelde-Equipments, um auf die neue Technik umzusteigen.

Dabei bietet ihnen ein IP-Netzwerk kein Mehrwert oder neue Dienste. Im Gegenteil, die Betreiber von Alarmmelde-Equipment verlieren einen wichtigen Vorteil der bisherigen Netzanbindung: Mit den IP-Netzen entfällt die bisherige Energieversorgung der Alammeldefunktion über das Telefonnetz, die eine Unabhängigkeit von der normalen Stromversorgung garantierte.

Sigfox-Netzwerk als unabhängiger Übertragungskanal

Um für den Verlust des analogen Telefonnetzes und des ISDN – von dem europaweit Millionen M2M-und Alarmmelde-Installationen betroffen sind – eine Alternative zur IP-Netzanbindung zu bieten, haben der LPWA-Netzbetreiber Sigfox und J2C, ein neu gegründetes Unternehmen mit Sitz in Montpellier, Frankreich, die Mutakom-Box entwickelt. Sie ersetzt die bisherige Verbindung zum leitungsgebundenen analogen Telefonnetz und zum ISDN durch eine Sigfox-Funkverbindung. Die Mutakom-Box soll wirtschaftlich deutlich günstiger sein, als eine Anpassung an neue IP-basierte Festnetze oder eine Mobilfunkverbindung.

Alte Netze weiterhin gefragt

Analoge bzw. ISDN-Telefonanschlüsse werden bislang noch immer für zahlreiche Anwendungen genutzt. Beispielsweise für die Übermittlung von Telemetrie-Daten, das ferngesteuerte Auslesen von Messwerten, die Fernüberwachung von Einrichtungen und Gebäuden, die Fernwartung oder die Alarmübermittlung von Maschinen, Messgeräten, Industriesteuerungen und Alarmanlagen.

Allein in Frankreich schätzen der Verband GPMSE Fédération (Groupement Professionnel des Métiers), der Unternehmen vertritt, die elektronische Sicherheitssysteme installieren, warten und betreiben, und die Vereinigung der Sicherheitsberufe ADMS (Association Nationale Des Métiers de la Sécurité) den Markt der verteilten Alarmmeldesysteme auf rund 1,2 Millionen Installationen.

Besonders kritisch: Wegfall der Stromversorgung

Die Abschaltung der alten Telefonnetze (analog/ISDN) ist für viele M2M-Applikationen deshalb besonders kritisch, weil sie über diese Festnetzverbindungen auch mit Strom gespeist werden und mit den künftigen IP-Netzwerken den Stromanschluss verlieren. Diese Stromversorgung über den Telefonanschluss war bisher unabhängig vom Stromnetz und garantierte so die Funktion auch bei einem Stromausfall. Gestützt mit einer Batterie kann die Mutakom-Box eine Alarmmeldung auch weiterhin bei Stromausfall per Funk absetzten. Dank der Funkübertragung werden auch keine Kabel benötigt, die durchtrennt werden könnten, um die Übertragung des Alarmsignals – absichtlich oder unabsichtlich – an eine Überwachungszentrale zu unterbinden.

Die Übertragung über das Sigfox-Netzwerk ist besser gegen Angriffe (Hacking) oder Sabotageversuche geschützt, als das IP-basierte Festnetz oder Mobilfunknetze. Sie ist zudem resistent gegen Störsender, mit denen Saboteure klassische Mobilfunknetze stören.