Datenkommunikation Die Waschmaschine im Internet

Bald schon könnte die Waschmaschine per Internet fernzubedienen sein: Dem Markt für Heimvernetzung stehen gute Zeiten bevor.

Fast alle Arten von Hausgeräten werden wahrscheinlich demnächst ihr Insel-Dasein aufgeben: Per Internet sollen sie fernbedienbar werden, und auch die Steuerung durch den Stromzähler oder den Energieversorger könnte bald ein Thema werden.

Ein deutscher Haushalt verfügt derzeit im Schnitt über rund 50 Elektrogeräte. Die meisten dieser Geräte werden wahrscheinlich schon bald internetfähig. Fernseher, Waschmaschine, Heizung, Lampen und Co. geben ihre Insel-Dasein auf, werden intelligent vernetzt und sind über das Internet steuerbar.

Smart Energy ist dabei ein wichtiges Schlagwort, das die Vernetzung von Hausgeräten aller Art fördern könnte: Eine intelligente Last- und Energieverteilung soll künftig dazu führen, dass Hausgeräte mit relativ hohem Stromverbrauch zu bestimmten Zeiten (wenn die Netzbelastung beispielsweise gering ist) vom Energieversorger zugeschaltet werden können. Das Ganze evtl. gekoppelt mit günstigeren Stromtarifen - aber natürlich vom Nutzer mit Priorität auch außer Kraft zu setzen. In jedem Fall nötig: Die Vernetzung der Geräte per Internet, was aber auch dem Nutzer die Möglichkeit gibt, seine Geräte vom Handy aus fernzubedienen. Das erwartet u.a. der Branchen-Verband BITKOM.

Heimvernetzung wird nach Einschätzung der Fachleute in Deutschland zu einem Milliardenmarkt und zum Treiber der gesamten Consumer Electronics. Die technische Basis für die Vernetzung der Geräte ist mittlerweile in vielen Haushalten vorhanden. Verbraucher achten beim Kauf von Elektronik zunehmend darauf, dass die Geräte einfach zu vernetzen und ans Internet anzuschließen sind.

Und die Heimvernetzung wird künftig nicht nur die Unterhaltungselektronik, sondern den gesamten Haushalt umfassen: Intelligent vernetzte Haushaltsgeräte senken Energiekosten und unterstützen hilfsbedürftige Menschen. Energiefresser werden schneller gefunden, Lampen können per Handy ausgeschaltet werden, der Notarzt wird automatisch gerufen, wenn eine pflegebedürftige Person stürzt.

Ein Beispiel für die zunehmende Heimvernetzung ist das Zusammenwachsen von TV und Web. So steigt der Absatz internetfähiger Fernseher in Deutschland derzeit stark an. Im vergangenen Jahr wurden laut GfK über eine halbe Million TV-Geräte mit integriertem Web-Zugang verkauft. 2010 werden es nach BITKOM-Berechnungen rund 2 Millionen Stück sein. Damit ist mehr als jeder fünfte verkaufte Flachbildfernseher internetfähig – Tendenz klar steigend. 2011 soll sich der Absatz dieser hybriden TV-Geräte auf rund 4 Millionen Stück verdoppeln. Mit Hybrid-TV-Geräten lassen sich Filme aus dem Internet bequem direkt auf dem Fernseher ansehen. Auch der Zugriff auf bestimmte Nachrichten und Informationen aus dem Netz ist auf diese Weise möglich.