Marktzahlen zur Konsumelektronik Deutschland im Smartphone-Rausch

Im letzten Jahr haben die Deutschen 22,4 Millionen Smartphones gekauft. Das sind fast 4 Millionen Geräte mehr als 2012. Und wen wundert es, ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Das geht aus den Zahlen der gfu zur Entwicklung der Konsumelektronik in Deutschland hervor.

Insgesamt ist der Markt für Konsumelektronik im Jahr 2013 um 2,6 Prozent zurückgegangen. Das Umsatzvolumen erreichte einen Wert von 27 Milliarden Euro, 2012 waren es noch 27,7 Mrd. Euro. Das zeigen die Zahlen der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) für 2013.

Schuld an dem Rückgang sind vor allem die Fernseher. Während der Umsatz mit Smartphones (+ 18,8 %) und Tablet-PCs (36,1 %) klar zulegte, ging er bei den Fernsehern um fast 20 Prozent zurück. Der gfu-Vorsitzende Hans-Joachim Kamp machte dafür sportliche Großereignisse im Jahr 2012 aber auch das Abschalten der analogen Satellitenübertragung verantwortlich. Das habe dazu geführt, dass sich viele Menschen vorzeitig zu einem Fernsehkauf entschlossen haben. 2013 ging es dann umso steiler nach unten.

So wurden im Jahr 2013 nur noch 7,8 Millionen Fernseher statt 9,4 Millionen im Vorjahr verkauft. Das entspricht einem Minus von 17,3 Prozent. Der Umsatz ging von 5,86 Mrd. Euro auf 4,7 Mrd. Euro zurück (-19,8%).

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Marktzahlen zur Konsumelektronik im Überblick

Marktzahlen zur Konsumelektronik im Überblick

Bei den neu gekauften Fernsehern geht der Trend schon seit mehreren Jahren zu immer größeren Geräten. Fernseher mit Bildschirmdiagonalen von über 37 Zoll (94 cm) standen im letzten Jahr für 77 Prozent des Umsatzes. 2012 waren es noch 70 Prozent. 97 aller verkauften Fernseher waren LCDs. Bei 56 Prozent aller Geräte handelte es sich um so genannte »Smart TVs«, also Fernseher mit einer Internet-Verbindung. Einer früheren gfu-Studie zufolge nutzt ein Teil der Menschen diesen Zusatz aber gar nicht. Ähnlich dürfte es bei den 3D-Modellen aussehen. Diese Technik steckte immerhin in 38 Prozent aller Fernseher.

Das Geld, das die Menschen 2013 nicht in Fernseher steckten, gaben sie dafür teilweise wieder für andere Dinge aus. Dazu zählt zum Beispiel die Audiotechnik. Bei den Lautsprechern, hier vor allem Soundbars und Sounddecks, stieg der Umsatz um 25 Prozent. Bei den vernetzten »Audio-Home-Systemen« ging es sogar um 46 Prozent nach oben. Erstmals wurden in Deutschland mehr als eine Million Docking-Lautsprecher für MP3-Player oder Smartphones verkauft (1,2 Mio.). Der Umsatz stieg hier um 35,7 Prozent auf 128 Mio. Euro.

Starker Zuwachs bei Smartphones und Tablets

Wenig verwunderlich legten die Smartphone-Zahlen weiter zu. 2012 wurden 22,4 Millionen von ihnen verkauft, während es 2012 noch 18,4 Millionen waren. Das entspricht einem Umsatz von 8,1 Mrd. Euro, was ein Plus von 18,8 Prozent ist. Zwar wurden auch noch 4,3 Mio. herkömmliche Mobiltelefone verkauft, allerdings dürften das in erster Linie recht günstige Geräte sein, da 97 Prozent des Mobiltelefonumsatzes auf das Konto der Smartphones ging.

Die Wachstumsrate für Tablet-PCs ist noch höher allerdings sind die Stückzahlen noch deutlich geringer als bei den Smartphones. So wurden 2013 5,6 Millionen Tablet-PCs verkauft, was ein Wachstum von fast 67 Prozent im Vergleich zu 2012 darstellt. Der damit erzielte Umsatz lag bei 1,8 Mrd. Euro.

Zwar wurden nur noch 5 Millionen Notebooks verkauft, was rund 680.000 Geräte weniger als 2012 (-12%) sind allerdings stiegt der Durchschnittspreis um 1,4 Prozent auf 604 Euro. Von klassischen PCs wurden nur noch 1,3 Mio. Stück verkauft, was in etwa dem Vorjahresniveau entsprach.

Für 2014 rechnet die gfu wieder mit einem leichten Umsatzwachstum von 1 Prozent. Impulse werden dabei von der Fußball-WM in Brasilien und von der IFA in Berlin erwartet.

Während es im TV-Markt mit 7,5 Mio. verkauften Geräten weiter leicht abwärts gehen dürfte, soll der Smartphone-Absatz um 6 Prozent auf 24 Millionen Stück wachsen. Auch bei den Tablets soll es mit plus 26 Prozent auf 7 Millionen Stück weiter kräftig bergauf gehen.