Mobilkommunikation Breitband-Funk: glückliches Österreich

Die Österreicher sind gerne mobil im Daten-Äther unterwegs - sie nutzen erheblich größere pro-Kopf-Datenmengen als die Deutschen.

Obwohl Österreich nur rund ein Zehntel der Einwohnerzahl Deutschlands hat, gingen im letzten Jahr durch den Äther des Nachbarlandes immerhin 50 % der Datenmenge, die bei uns per Breitband-Funk übermittelt wurde.

Nicht nur beim leitungsgebundenen DSL-Breitband ist uns das Nachbarland im Süden weit voraus, auch beim mobilen Datenfunk machen die Österreicher eine bessere Figur. Und das, obwohl das Land zu großen Teilen alpin strukturiert ist, was dem GHz-Funk physikalisch überhaupt nicht entgegenkommt.

Die schier unglaubliche Menge von 16,3 Mio. Gbyte wurde 2009 über das österreichische Mobilfunknetz transportiert. Im gleichen Zeitraum waren es in Deutschland bei der fast zehnfachen Einwohnerzahl (82 Mio. Menschen) nur 33,5 Mio. Gbyte. Dies teilte das österreichische Forum Mobilkommunikation (FMK) mit.

Dass Österreich ein Vorreiter bei mobilem Breitband ist, zeigen im Mai veröffentlichte Zahlen der Europäischen Kommission. Demnach nutzt schon mehr als ein Siebentel der Österreicher Datenkarten oder -modems. Nur in Finnland und Portugal ist die Marktdurchdringung etwas höher, während beispielsweise in Deutschland bislang nur rund einer von zwanzig Bürgern mobiles Breitband nutzt. Die Zahl der mobilen Breitbandanschlüsse ist in Österreich 2009 um ein Drittel gestiegen und macht bereits 41 Prozent des Breitbandmarkts aus.

Bis 2015 wird das mobile Datenvolumen nach Schätzung der österreichischen Mobilfunkbetreiber massiv auf 525,8 Terabyte ansteigen, also 32 mal soviel wie 2009.

Generell liegt Österreich mit einer Mobilfunkverbreitung von 137 Prozent merklich über dem EU-Schnitt. Bereits 86 Prozent der Bevölkerung nutzen laut einer Gallup-Umfrage täglich das Handy. 2009 hat sich dabei auch ein Trend hin zu mobilen Datendiensten abgezeichnet. Im Vergleich zu 2008 stieg die Nutzung des Handys für E-Mails um 56 Prozent. Insgesamt griffen freilich erst 14 Prozent der Handy-User mobil auf E-Mails zu und gar nur jeder neunte surft auch im Internet. Das Marktpotenzial in diesem Bereich ist längst nicht erschöpft.

Der Ausbau wird also weitergehen, und so sollen im Nachbarland in den nächsten Jahren 300 bis 500 Mio. Euro in das neue mobile Breitband investiert werden, so das FMK. Einer Studie zufolge könnten so bis zu 6500 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Freilich ist zum Fortschreiben der mobilen Breitband-Erfolgsgeschichte nach Ansicht des FMK nicht zuletzt die 4G-Technologie LTE von entscheidender Bedeutung.