Bluetooth-Module für die Medizintechnik

Die laufende Überwachung der vitalen Funktionen eines Patienten oder Sportlers ist nur dann möglich, wenn dieser von lästigen Kabeln befreit wird und sich in seinem natürlichen Umfeld ohne Beeinträchtigungen bewegen kann. Dieses Ziel aber stellt hohe Anforderungen an die funktechnische Übertragungsstrecke, die Flexibilität im Verbindungsaufbau und die Leistungsaufnahme der Module.

Die laufende Überwachung der vitalen Funktionen eines Patienten oder Sportlers ist nur dann möglich, wenn dieser von lästigen Kabeln befreit wird und sich in seinem natürlichen Umfeld ohne Beeinträchtigungen bewegen kann. Dieses Ziel aber stellt hohe Anforderungen an die funktechnische Übertragungsstrecke, die Flexibilität im Verbindungsaufbau und die Leistungsaufnahme der Module.

Über Bluetooth können medizinische Geräte in einem Raum auf einfache Weise drahtlos miteinander kommunizieren, das Protokoll wurde für den hierfür erforderlichen Aufbau von Adhoc-Netzwerken von vornherein konzipiert. Die Medical Working Group innerhalb der Bluetooth SIG (Special Interest Group) hat in den letzten beiden Jahren versucht, die besonderen Anforderungen der Medizintechnik an die Gerätekommunikation in einem „Health Device Profile“ (HDP) zusammenzufassen. Solche Device Profiles geben die Möglichkeit zur Realisierung neuer oder erweiterter Funktionen für einen bestimmten Anwendungsbereich und sichern dabei die Interoperabilität der Geräte.

Die Konformität der Geräte mit dem neuen „Health Device Profile“ wird zudem von der Continua Health Care Alliance (www.continuaalliance.org) als eine Voraussetzung dafür angesehen, den „Continua Alliance Approval“ zu erhalten. In dieser 2006 gegründeten Organisation sind mittlerweile mehr als 175 Unternehmen vertreten; zu den Gründungsmitgliedern gehörten u.a. Cisco, GE Healthcare, IBM, Intel, Omron, Philips, Samsung und Sharp. Ein „Continua Certified Product“ bietet, so die Richtlinien der Organisation, eine umfassende Kommunikationsfähigkeit in Geräten zur Überwachung der Lebensfunktionen, die etwa Puls und Sauerstoff-Sättigung erfassen, die Blutdruck-Werte mit einer Manschette laufend bestimmen, die Temperatur kontinuierlich messen oder den Blutzuckerspiegel ermitteln. Weitere Anwendungen sind die Herz-Kreislauf-Überwachung beim Sport und/oder ein unabhängiges „Monitoring“ der Lebensfunktionen, z.B. über Bildverarbeitungssysteme. Die erste, nach den Regeln der Organisation (Continua Version One Design Guidelines) erfolgte Zertifizierung wurde Anfang des Jahres bekanntgegeben, es handelt sich dabei um den „PalmSAT 2500“ der Firma Nonin (www.nonin.com).

Bluetooth-Module für die Medizin

Das auf Medizintechnik spezialisierte Unternehmen Laird Technologies (www.lairdtech.com) bietet zwei neue Funk-Module für die Ausrüstung medizinischer Geräte mit einer Bluetooth-Schnittstelle an. Da das „Health Device Profile“ noch nicht endgültig verabschiedet ist, will der Hersteller nach den Worten von Technology Director Nick Hunn „nicht auf die Veröffentlichung warten, sondern dem Designer eine entsprechende Plattform an die Hand geben“. Die letzten Veränderungen könnten dann per Firmware auf das System übertragen werden. Hunn rechnet damit, dass die HDP-Spezifikationen zu Beginn des nächsten Jahres freigegeben werden.

Das Modul „BTM411“ ist für die Datenübertragung optimiert, es nutzt den Bluetooth-Chipsatz „BC04“ von Cambridge Silicon Radio (www.csr.com). Auf dem Modul wurde neben einem „Profil“ für die Steuerung einer seriellen Schnittstelle der vollständige Bluetooth-Protokoll-Stack implementiert. Über einfache AT-Befehle lässt sich die Schnittstelle für die Verbindung mit einem Host-Prozessor programmieren. Für Anwendungen, die Funktionsumfang und Rechenleistung eines DSP erfordern, hat Laird Technologies das Modul „BTM520“ entwickelt. Dieses bietet neben vielen Funktionen eine keramische Multi-Layer-Antenne mit hohem Gewinn für eine Ausgangsleistung von +10 dBm. Auf die Platine wurde ein 32-bit-Kalimba-DSP integriert, der eine Rechenleistung von 64 MIPS erreicht und mit dessen Hilfe sich auch anspruchsvolle Multimedia-Anwendungen realisieren lassen. jw