Potenzial zur Killerapplikation Bluetooth Mesh

Harry Schubert-Elektronik

Bluetooth ist als Funkverbindung allgegenwärtig – es ersetzt das störende Kabel an Tastaturen und Computermäusen, verbindet Freisprecheinrichtungen mit Telefonen und Kopfhörer mit Audiogeräten.

Für die Kommunikation in einem Netzwerk wurden andere Funkstandards entwickelt – zumeist zugeschnitten auf spezielle Anwendungsbereiche und Marktsegmente. Zigbee und EnOcean sind nur zwei Beispiele. Von den netzwerkfähigen Funkstandards schaffte es jedoch nur WLAN zu einer mit Bluetooth vergleichbaren Verbreitung – in Computern, Tablet-PCs, Smartphones etc. So verfügen viele Elektronikgeräte über genau zwei Funkschnittstellen zur Kommunikation: Bluetooth und WLAN. Beide wurden für sehr verschiedene Anwendungen entwickelt und ergänzen sich gegenseitig. Die Kombination Bluetooth und WLAN in einem Gerät hat sich bewährt und wird inzwischen als Basisausstattung neuer Produkte vorausgesetzt – nicht nur bei Konsumgeräten. Die anderen Funkstandards hatten und haben offensichtlich keine Chance auf eine auch nur annähernd vergleichbare Verbreitung. Wer beispielsweise seinen Computer mit einem Zigbee-Netzwerk zum Steuern eines Smart Homes verbinden will, muss einen passenden Transceiver seinem Rechner separat hinzufügen oder über ein Gateway kommunizieren. Die bescheidene Akzeptanz von Smart-Home-Angeboten zeigt, wie hoch diese kleine technische Hürde für den Anwender in Wirklichkeit ist.

Eine schier riesige Zahl an Elektronikgeräten hat einen eingebauten Bluetooth-Transceiver. Der konnte bisher aber nur für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen genutzt werden – als Ersatz für ein Kabel. Ein Netzwerk, in dem viele Geräte untereinander Nachrichten austauschen, war im Bluetooth-Standard nicht vorgesehen.

Bluetooth Mesh – die Erweiterung des bekannten Bluetooth-LE-Standards um Funktionen für die Kommunikation in einem Netzwerk – kann diese Hürde ganz einfach ignorieren. Auf einen Schlag sind über zwei Milliarden Smartphones und Tablet-PCs in der Lage, mit Smart-Home-Komponenten in einem Netzwerk direkt zu kommunizieren.

Die Popularität des Smartphones in privaten Haushalten und in Unternehmen kann eine enorme Hebelwirkung entwickeln. Allein aufgrund der Verbreitung von Smartphones wird Bluetooth Mesh für Anwendungen und Märkte interessant, in denen andere Funkstandards bisher dominierten. Bluetooth Mesh ist aber mehr als nur ein Wettbewerber. Bluetooth Mesh kann den vielen Ideen zu einer vernetzten Umgebung, die weitgehend still vor sich hin ruhen, den entscheidenden Anschub zum Durchbruch geben. Bluetooth Mesh hat das Potenzial zur Killerapplikation für das Smart Home.Machen Sie sich ein eigenes Bild: Lesen Sie ab Seite 24 wie Bluetooth Mesh funktioniert. Kommen Sie am 15. und 16. November zum Wireless Congress 2017 (www.wireless-congress.com) nach München und informieren Sie sich über die Netzwerk­fähigkeiten von Bluetooth. Nutzen Sie die Chance, um mit den Experten aus der Industrie zu diskutieren.
 

Harry Schubert
Redakteur

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