Kurzstrecken-Funk-Kommunikation Bluetooth 4.0 peilt neue Märkte an

Suke Jawanda, Chief Marketing Officer der Bluetooth SIG sieht Bluetooth bald in einer Vielzahl neuer Gerätekategorien des Gesundheits-, Fitness- und Smart-Home-Bereiches.
Suke Jawanda, Chief Marketing Officer der Bluetooth SIG, sieht Bluetooth 4.0 bald in einer Vielzahl neuer Gerätekategorien des Gesundheits-, Fitness- und Smart-Home-Bereiches.

Eine Vielzahl neuer Anwendungen und damit verbunden den Absatz von Milliarden Stückzahlen an Bluetooth-Modulen erwartet die Bluetooth SIG (Special Interest Group) als international steuerndes Gremium für diesen Kurzstrecken-Funkstandard mit der neuen Version 4.0 (Low Energy).

Dem gesamten Bluetooth-Standard soll mit der Spezifikation 4.0 (Low Energy) und den damit realisierten Geräten nach den »Bluetooth Smart«- bzw. »Bluetooth Smart Ready«-Spezifikationen neue Schubkraft verliehen werden. Der Grund: mit der Low-Energy-Version dieses Standards werden auch sehr kleine Mobilgeräte (beispielsweise aus dem Gesundheits- oder Fitness-Bereich) mit Bluetooth-Funk ausrüstbar sein, das Ganze bei einer Betriebsdauer von einem bis zwei Jahren mit einer herkömmlichen Knopfzellen-Batterie.

Ein wenig für Verwirrung sorgen könnte allerdings die von der Bluetooth SIG im Rahmen der Markteinführung von Geräten mit dem neuen Bluetooth-4.0-Standard gewählte Namensgebung: es gibt nämlich die so genannten »Smart Devices« und die »Smart Ready Devices«.

Die »Smart Devices« sind die kleinen Sensoren, also beispielsweise Herzfrequenz- oder Temperatursensoren, die ihre Daten nach dem neuen Standard 4.0 (Low Energy) senden und die auch mit den kleinen Mini-Knopfzellen sehr lange betriebsbereit sind.

Die »Smart Ready Devices« hingegen sind Smartphones, PCs, Tablet-Computer, Fernsehgeräte oder alle sonstigen Geräte der Computer-, Kommunikations- und Konsum-Elektronik, die nach dem neuen Bluetooth-4.0-Standard mit den »Smart Devices« kommunizieren bzw. deren Daten empfangen – und natürlich auch mit »ihresgleichen«, also anderen Smart-Ready-Geräten, Kontakt aufnehmen können. Zusätzlich aber können die »Smart Ready Devices« noch mit Bluetooth-Geräten kommunizieren, die nach den früheren Bluetooth-Standard-Versionen (also 3.0 High-speed bzw. 2.1 Enhanced Data Rate, EDR) arbeiten. Dies ist deshalb möglich, weil die »Smart Ready Devices« über ein so genanntes »Dual Mode«-HF-Teil verfügen.

Etwas verwirrend (sicher nicht für Fachleute, aber für den normalen Verbraucher, der sich ein Bluetooth-Gerät am Ladentisch kaufen möchte) ist in diesem Zusammenhang die Bezeichnung »Smart Ready«, weil sie suggerieren könnte, dass das entsprechende Gerät erst »vorbereitet« ist - in Wirklichkeit beherrscht es ja schon den neuen 4.0-Standard und gleichzeitig noch die früheren Vorgänger-Versionen, ist also sogar universell einsetzbar.

Wie dem auch sei: der neue Bluetooth-Standard 4.0 wird sicher für Applikationen aus dem Sport-, Gesundheits- und Fitness-Bereich seinen Weg machen, wenngleich auch die neuen Anwendungen des in Teilbereichen konkurrierenden ZigBee-Standards (ebenfalls eine sehr stromsparende Kurzstrecken-Funktechnologie in den ISM-Bändern) sich in diese Richtung hin entwickeln. Hinzu kommt auch noch der sehr interessante Bereich der »Smart Home«-Technik, der besonders in den kommenden Jahren, vor allem aufgrund der Notwendigkeit zur intelligenten Energie-Nutzung, einen erheblichen Aufschwung erfahren dürfte.

Übrigens: Fast alle ab jetzt von Apple gebauten Mobilgeräte (also Computer und Smartphones) werden Bluetooth 4.0 nutzen, das neue Smartphone 4S hat es auch bereits eingebaut.

Gleichermaßen hat Microsoft angekündigt, dass das neue Betriebssystem Windows 8 das Bluetooth 4.0 unterstützen wird. Auch HP will in das neue Slate-2-Tablet diesen Funkstandard ebenso einbauen wie Motorola in die Droid-Razr-Smartphones; Motorola ist übrigens sehr aktiv dabei, Fitness-Apps für die Smartphones auf Basis von Bluetooth 4.0 zu entwickeln.