Mobilfunk-Netze Amerika gehen die Frequenzen aus

Während sich das Datenvolumen in Mobilfunk-Netzen in den USA zwischen 2012 und 2014 verdoppeln dürfte (oben), fehlen in den USA ab 2013 verfügbare Frequenzbereiche (unten).
Während sich das Datenvolumen in Mobilfunk-Netzen in den USA zwischen 2012 und 2014 verdoppeln dürfte (oben), fehlen in den USA ab 2013 verfügbare Frequenzbereiche (unten).

Nach Berichten der US-Publikation CNN Money geht in den Vereinigten Staaten demnächst das verfügbare Frequenzspektrum zur Neige. Bereits im Jahr 2013 soll ein Frequenz-Bandbreiten-Defizit von rund 90 MHz bestehen. Grund: Die Datenlawine durch Multimedia-Übertragungen mit Smartphones.

Hauptsächliche Auswirkung des Frequenzmangels in den nächsten Jahren: Abgebrochene Gespräche und langsame Übertragungen sowie Totzeiten beim Verbindungsaufbau in den Mobilfunknetzen. Und weiter: Wo Mangel herrscht, steigen die Preise.

Das ganze Szenario dürfte die Mobilfunk-Nutzer wenig freuen, und doch sind sie es selber, die (neben anderen Ursachen wie z.B. Behördenverhalten) mit dazu beitragen, dass das Frequenzspektrum knapp wird - nämlich mit ihren ständig steigenden Multimedia-Übertragungs-Kapazitäten.

Noch reichen die Übertragungs-Kapazitäten, doch bereits 2013 beginnt sich das Bild zu wandeln. In den USA befürchtet die Überwachungsbehörde FCC (Federal Communications Commission), dass die Übertragungs-Bandbreiten aufgrund fehlenden Frequenzspektrums knapp werden.

Beispiel: ein iPhone benötigt das 24-fache an Bandbreite als ein traditionelles Handy, ein iPad gar das 122-fache. Hauptsächlich ist das ganze Dilemma auf den Bandbreitenhunger der Video-Übertragungen mit diesen Geräten zurückzuführen.

Natürlich ist der Mangel an Frequenzspektrum kein typisch amerikanisches Problem, aber hier manifestiert es sich besonders, da in Amerika besonders viele Menschen (oft in Ballungsgebieten) stets online verbunden sein möchten. Die USA bedienen übrigens pro MHz an Spektrum die doppelte Nutzerzahl als in anderen Ländern, die ebenso nahe dem Frequenz-Kollaps stehen, wie zur Zeit Japan und Mexiko.

Mit ein Grund für den Mangel ist auch die Zerstückelung des Frequenzspektrums in kleinere Frequenzbereiche, was nicht zuletzt auf die bröckelnden Zuweisungen aus den analogen Fernsehbereichen zurückzuführen ist. Und: TV-Sender und der Staat selbst (wie z.B. die Weltraumbehörde NASA und das DoD - Department of Defense, Verteidigungsministerium) besetzen nach wie vor in den USA wertvolles Spektrum, auf dem sie weiter bestehen.

Das Ganze in relativ niedrigen Frequenzbereichen, wo gerade der Mobilfunk wegen der physikalisch besseren Ausbreitungsbedingungen (niedrigere Frequenzen bedeuten höhere Reichweiten) profitieren könnte.

Gegenmaßnahmen der Provider sind zunächst effizientere Übertragungs- und vor allem Modulationsverfahren sowie Beamforming, MIMO und intelligentere Basisstationen. Aber deren Entwicklung und das Erwerben von Spektrums-Frequenzen kosten Geld - all das haben zunächst die Nutzer zu bezahlen - ein seltenes Gut kostet eben mehr Geld.