Elektronik-Prozessor-Studie 2011 x86 gegen ARM: AMD kann nur beim Preis überzeugen, ARM hat Altlastenproblem

Von Dezember 2011 bis Februar 2012 beantworteten fast 1000 elektroniknet-Leser neben ihrer eigenen beruflichen Situation insgesamt 10 Fragekomplexe mit 11 Einzelfragen zu der Frage, wie sie die Prozessor-Hersteller einschätzen und in welche Richtungen sich x86-und ARM-Architektur bewegen werden. Über 50 % der Teilnehmer glauben, dass für den zukünftigen Erfolg von ARM vor allen Dingen eine Sache wichtig ist: Softwarekompatibilität zu existierenden und zukünftigen PC-Anwendungen.

Insgesamt wurden 940 Fragebögen vollständig und plausibel beantwortet. 661 Teilnehmer, d.h. 70 % der ausgewerteten Teilnehmer arbeiten als Entwickler oder Systemingenieur – haben also beruflich direkt mit den Produkten der Chip-Hersteller zu tun.

Die Teilnehmer spiegeln die in Deutschland starken Geschäftsbereiche wieder: Industrieelektronik, Automotive und Kommunikation machen alleine 60 % der Teilnehmer aus, inkl. Ingenieurbüros sogar 65 %. Dies sind die primären Zielgruppen der Halbleiterhersteller.

Die meisten Teilnehmer gab es bei Großunternehmen. Während auf kleine Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern nur 9 % aller Teilnehmer entfielen, kamen auf Mittelständler (10-499 Mitarbeiter) 40 % und auf Großunternehmen (>= 500 Mitarbeiter) rund 51 %. Damit (91 % mittlere und große Unternehmen) sind die folgenden Ergebnisse für die Geschäfte der Halbleiterhersteller von besonderer Bedeutung.

Immerhin 51 % der Teilnehmer gaben an, dass sie die Unterschiede zwischen ARM- und x86-Mikroarchitektur gut oder sehr gut kennen. Bei der Bewertung von unterschiedlichen Prozessoren hinsichtlich Rechenleistung, Grafik/Video, Preis, Sicherheit, Ecosystem und Software-Kompatibilität wurde deutlich, dass im x86-Feld Intel in allen Bereichen AMD z.T. deutlich schlägt – bis auf den Preis (Bilderstrecke). Im Bereich Sicherheit liegen mit Freescale und Texas Instruments dagegen zwei ARM-Lizenznehmer vorne.

Hinsichtlich der Eingung bestimmter Prozessoren für unterschiedliche Embedded-Märkte (Automatisierung, Netzwerk, Kommunikation, Automotive, POS/Gaming, Medinaanwendungen) ergab sich wie bei der Frage nach Servern, PCs, Notebooks, Tablets und Smartphones ein differenziertes Bild. Klar wurde u.a., dass es für ARM noch ein langer Weg wird, um x86 bei Servern abzulösen (Bild): Intel und mit Abstrichen AMD werden hier deutlich stärker eingeschätzt als alle ARM-Lizenznehmer. Ein ganz anderes Bild ergab sich bei den Tablets, wo Prozessoren von AMD und Renesas das Schlußlicht bilden, jedoch fast alle ARM-Lizenznehmer stärker eingeschätzt werden als Intel.

Über 50 % der Teilnehmer glauben, dass für den zukünftigen Erfolg von ARM vor allen Dingen eine Sache wichtig ist: Softwarekompatibilität zu existierenden und zukünftigen PC-Anwendungen. Mit Windows 8 wird es ja einen ersten Schritt geben, der allerdings das Altlasten-Problem von x86-Anwendungen nicht lösen kann – auf ARM wartet hier also noch eine Menge Arbeit.

Die Gesamtergebnisse der Studie können über redaktion@elektronik.de für 990 Euro bezogen werden. Ein elektronischer Versand als PDF-Datei ist nicht möglich.

Alles über die ARM-Architektur, Migration, Softwareentwicklung und Entwicklungstools erfahren Sie auf der 2. Konferenz für ARM-Systementwicklung, die vom 11.-12. Juli 2012 in München stattfindet. Vortragsvorschläge sind noch bis zum 28. März herzlich willkommen!

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Intel vs. ARM - die Elektronik-Studie 2011

Fast 1000 Teilnehmer beantworteten 11 Fragen zu der Frage, wer zukünftig die besseren embedded-Karten hat.