Texas Instruments Wird Amazon den OMAP-Geschäftsbereich kaufen?

Laut Informationen einer israelischen Webseite verhandelt der weltgrößte Online-Händler Amazon mit Texas Instruments über den Kauf des Geschäftsbereiches OMAP. Damit könnte sich Amazon bei Prozessoren für seine Kindle-Produkte unabhängiger von Zulieferern machen und diese vor allen Dingen noch billiger verkaufen.

Laut der israelischen Zeitung Calcalist sollen die Verhandlungen zwischen Amazon und TI in eine entscheidene Phase eingetreten sein. Mit Ausnahme des neuen Kindle Fire HD konnte der texanische Chip-Hersteller in der jüngeren Vergangenheit keine signifikanten Design-Wins für OMAP mehr vermelden. Erst kürzlich hatte TI bekanntgegeben, dass man sich aus dem OMAP-Konsumer-geschäft zurückziehen werde.

Interessant ist, dass OMAP nicht nur Amazons Kindle antreibt, sondern auch den E-Book-Reader Barnes and Nobles Nook, ein direkter Konkurrent von Amazon.

Die Frage ist, macht der Kauf für Amazon überhaupt Sinn. Um technisch wettbewerbsfähig zu bleiben, braucht man sicher keine eigene SoC-Abteilung, da man wie bisher bei Drittherstellern wie Samsung, Qualcomm, Marvell, Nvidia u.a. einkaufen könnte. Auf der anderen Seite könnte man durch den Kauf die Materialkosten für die eigenen Geräte noch weiter drücken und damit entweder den Endpreis für den Kunden senken oder Gewinne zu erzielen, die aktuell nicht über Geräte sondern nur über die mit den Geräten im Context stehenden Services generiert werden. Der Kaufpreis für das OMAP-Geschäft dürfte sich allerdings auch im zehnstelligen Dollar-Bereich bewegen.