Fraunhofer »Futuras in Res« Wie intelligent ist KI?

»What’s the IQ of AI« war der Titel der nunmehr zweiten Veranstaltung der Wissenschaftskonferenzreihe Futuras in Res, die im Konferenzzentrum Axica in Berlin stattfand.
»What’s the IQ of AI« war der Titel der nunmehr zweiten Veranstaltung der Wissenschaftskonferenzreihe Futuras in Res, die im Konferenzzentrum Axica in Berlin stattfand.

Wo stehen wir bei Künstlicher Intelligenz und wo geht es hin? Diese Fragen stellte sich die Fraunhofer-Wissenschaftskonferenz »Futuras in Res« in Berlin, die unter dem Motto »What’s the IQ of AI« stand.

Künstliche Intelligenz (KI) wird unser Leben von Grund auf verändern. Doch was kann KI schon heute leisten, was können wir in Zukunft erwarten und wo liegen ihre Grenzen? Auf ihrer Wissenschaftskonferenz »Futuras in Res« zum Jahresende stellte die Fraunhofer-Gesellschaft daher die Frage »What’s the IQ of AI?«
Mit diesem spannenden Fragenkomplex beschäftigten sich 320 hochkarätige internationale Experten und Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft bei der nunmehr zweiten Veranstaltung der Wissenschaftskonferenzreihe Futuras in Res die Ende November 2019 im Konferenzzentrum Axica in Berlin stattfand. In fünf Sessions mit Vorträgen, Paneldiskussionen und Live-Votings gaben die rund 30 Vortragenden aus Deutschland, USA, Schweiz, Frankreich und Asien Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung und Technik.

»Raum für disruptive Innovationen«

»Künstliche Intelligenz ist einer der weltweit wichtigsten Forschungszweige und bietet enormen Raum für disruptive Innovationen«, stellte der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Dr. Reimund Neugebauer zum Auftakt der Konferenz fest. »Maschinen werden unseren Wirkungskreis erweitern, jedoch nicht die Führung übernehmen«, versicherte er. Neugebauer definierte zunächst fünf Schlüsseldimensionen für Intelligenz:

  1. Reasoning (Vernunft, Überlegung, Begründung)
  2. Communication (Sprache, Ausdruck, Verstehen)
  3. Perception (Wahrnehmung mit Sinnen)
  4. Consciousness (Bewusstsein, Problemlösungskompetenz)
  5. Empathy (Einfühlungsvermögen)

Diese fünf Punkte spiegelten dann auch die Struktur der Konferenz mit ihren fünf Sessions wider. Neugebauer machte auch auf das globale Wettbewerbsumfeld aufmerksam, bei dem China rund 7,5 Mrd. Dollar, die USA 3,7 Mrd. Dollar und Europa nur 2,5 Mrd. Dollar in die Entwicklung von KI steckten.
Bei einer hochkarätigen Wissenschaftskonferenz geht es nicht ohne die Politik. So kam mit Dr. Frank Wetzel der Leiter der Abteilung Innovation, Industrie, Energie und Transport im Bundeskanzleramt und kündigte die Schaffung 100 neuer Professor-Stellen im KI-Bereich an. »Wir nehmen Sicherheit und Qualität sowie Datenschutz und ethische Richtlinien sehr ernst. Daraus sollten wir uns unsere eigene Erfolgsstory stricken«, betonte Wetzel.

Hybride KI

»Die Revolution hat gerade erst begonnen. Wir stehen vor einem gewaltigen Umbruch«, stellte der Institutsleiter des Fraunhofer IAIS Prof. Dr. Stefan Wrobel in seiner Keynote fest. Fraunhofer werde diese nächste Welle der Künstlichen Intelligenz maßgeblich mitgestalten. Besondere Stärken der Fraunhofer-Gesellschaft lägen beim Einsatz von KI in der Produktion, Bild- und Videoauswertung, Medizin und Robotik, sowie bei Sprach- und Dialogsystemen – wobei der Mensch stets im Mittelpunkt der technologischen Entwicklung steht. Wrobel spricht sich für einen hybriden KI-Ansatz aus, bei dem Maschinelles Lernen (ML) mit semantischen Techniken verbunden werden. Zudem sei das Wissen um die Datenanalyse ein fundamentales Element intelligenter Systeme. Schließlich müssten noch die technologischen Kompetenzen bei KI und ML mit strukturellen Kompetenzen bezüglich von Unternehmen und Organisationen kombiniert werden.

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»What’s the IQ of AI?«

Dieser Frage ging die Wissenschaftskonferenz »Futuras in Res« der Fraunhofer-Gesellschaft nach.