Mikroelektronik-Trendanalyse bis 2023 Welt-Halbleitermarkt wächst 2018 weiterhin zweistellig

ZVEI Mikroelektronik-Trendanalyse bis 2023
ZVEI Mikroelektronik-Trendanalyse bis 2023

Die anhaltend starke Nachfrage nach Speicherchips hat auch 2018 wieder den Welt-Halbleitermarkt beflügelt. Nach einem sehr starken Jahr 2017 mit einem Plus von 21,6 % legt 2018 um weitere 13,7 % auf bemerkenswerte 469 Mrd. Dollar zu.

Der Fachverband Electronic Components and Systems im Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) aktualisiert einmal im Jahr seine Mikroelektronik-Trendanalyse. Besonders bemerkenswert ist, dass das langjährige Mittel von 4,5 Prozent Wachstum p.a. von 2000 bis 2018 nach einem starken Jahr 2017 mit 21,6 Prozent im Jahr 2018 nochmals mit 13,7 Prozent deutlich überschritten wurde. Verantwortlich für den Halbleiter-Boom sind hauptsächlich Speicherchips. Rechnet man die Speicher heraus, dann lauten die Wachstumszahlen für 2017 9,9 Prozent und für 2018 7,8 Prozent. Allerdings zeichne sich im 4. Quartal 2018 bereits ein deutlicher Rückgang des Wachstums ab, wie Dr. Ulrich Schäfer, Marktexperte Mikroelektronik beim ZVEI, in München erläuterte.
Bei den Halbleitertypen zeichnet sich ein stark unterschiedliches Wachstum ab. Mikroprozessoren und –controller lassen zugunsten von Speichern und Logikchips Federn. Speicher konnten 2017 61,5 Prozent und 2018 27,4 Prozent zulegen und sind mit 33,7 Prozent in 2018 nun das größte Segment. Sensoren konnten mit 76,2 Prozent ebenfalls stark zulegen, allerdings machen sie am Gesamtkuchen nur 2,8 Prozent aus.
Von dem Boom bei Speichern profitieren allerdings immer weniger Unternehmen. Gab es 1990 noch 31 Speicherchiphersteller, waren es 2010 mit 15 weniger als die Hälfte. 2018 ist der Club noch exklusiver geworden: Zu den fünf Spielern im Markt zählen nur noch Samsung, Hynix, Toshiba, Micron und Western Digital, wobei die beiden Koreaner Samsung und Hynix mit 63 Prozent fast zwei Drittel des Marktes beherrschen.
Noch mehr als die Umsätze legten die Stückzahlen zu. Bei einem durchschnittlichen Wachstum von 8,5 Prozent über mehr als 20 Jahre ist der IC-Weltmarkt 2018 bei 311 Mrd. Chips angekommen. Der Pro-Kopf-Verbrauch von ICs ist von 8 ICs im Jahr 1995 auf 42 ICs im vergangenen Jahr angestiegen.
Im gleichen Zeitraum haben sich die Halbleitermärkte von den klassischen Industrieregionen Japan, USA und Europa nach Asien verlagert. Seit 2000 ist China mit 9,7 Prozent pro Jahr am stärksten gewachsen und ist 2018 mit 34 Prozent das größte Abnehmerland für Halbleiter gewesen. Während sich Amerika mit über 20 Prozent wieder gefangen hat, dümpeln Europa und Japan bei unter 10 Prozent Marktanteil. Die Top 3 der Halbleitermärkte waren 2018 China mit 158,5 Mrd. Dollar, die USA mit 95,2 Mrd. Dollar und Südkorea mit 48,8 Mrd. Dollar. Vor Deutschland auf Platz 7 mit 15,2 Mrd. Dollar finden sich noch Japan (40,0), Taiwan (27,9) und Singapur (22,2). Die EU käme mit 41,2 Mrd. Dollar auf Platz 4.

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Mikroelektronikmarkt-Trends bis 2013

Marktprognose des ZVEI für die Mikroelektronik bis 2013.

Blick in die Glaskugel bis 2023

ZVEI-Marktexperte Schäfer hat noch einen Blick in die Zukunft gewagt und die Umsatzzahlen um fünf Jahre extrapoliert. Für 2023 sieht er den Weltmarkt bei 535 Mrd. Dollar, wobei Asien mit rund 333 Mrd. Dollar auf 62 Prozent Marktanteil kommen soll. Allein China dürfte dann mit 177 Mrd. Dollar rund 33 Prozent halten. Amerikas Anteil soll von 22 Prozent (2018) auf 21 Prozent (2023) bei einem Marktvolumen von 111 Mrd. Dollar leicht zurückgehen und auch Europas (47 Mrd. Dollar) und Japans (44 Mrd. Dollar) Anteile dürften mit 9 bzw. 8 Prozent in etwa gleich bleiben. Die regionale Verschiebung scheint nun offenbar in die Sättigung zu gehen.
Der Pro-Kopf-Verbrauch von Mikroelektronik soll bis 2023 auch in den entwickelten Staaten noch weiter zulegen. Einsam an der Spitze der Regionen steht Japan mit 318 Dollar/Kopf (2018) und 354 Dollar/Kopf (2023), während es die Welt im Schnitt auf 62 Dollar/Kopf (2018) und 67 Dollar/Kopf (2023) bringt. In der Nationenwertung liegen die USA (289 / 301 Dollar/Kopf) und Deutschland (202 / 220 Dollar/Kopf) nicht weit hinter Japan. Die EU bringt es nur auf 82 / 88 Dollar/Kopf. China hingegen kommt auf 114 / 126 Dollar/Kopf im Vergleich von 2018 mit 2023.