Komplizierte Chef-Suche Vier Kandidaten für CEO-Posten bei AMD

Laut amerikanischen Medienberichten soll der Prozessorhersteller AMD mindestens vier hochkarätige Kandidaten für den CEO-Posten angesprochen haben, darunter Ex-Intel-Top-Manager Pat Gelsinger, der jetzt COO bei EMC, einem Spezialisten für Informationsinfrastrukturen, ist. Gelsinger hat AMD allerdings schon öffentlich einen Korb gegeben.

Neben Gelsinger, der sich in einem Interview mit "Ich sagte nein, und ich sage wieder nein" zitieren ließ, und stattdessen den CEO-Posten bei EMC anstrebt. Seine Chancen dafür dürften recht gut sein, da Noch-CEO Joe Tucci in diesem Monat erklärt hatte, Ende 2012 zurückzutreten.

AMD hingegen sool noch weitere Kandidaten angesprochen haben: Tim Cook, derzeit COO bei Apple, Mark Hurd, President bei Oracle und Greg Summe, Geschäftsführer der Carlyle-Gruppe, einem Vermögenverwalter. Alle drei Firmen gaben dazu keinen Kommentar ab.

Primäre Aufgabe des Nachfolgers von Dirk Meyer, der im Januar gehen musste, wird es sein, Marktanteile im schnell wachsenden Smartphone- und Tablet-Geschäft zu generieren. Das hat AMD bislang nicht geschafft. Eine wirkliche Herausforderung also, da nicht einmal Intel, der übermächtige Rivale im PC- und Server-Geschäft, dort bislang richtig Fuß fassen konnte.

CFO Thomas Seifert, der bei AMD seit der Entlassung Meyers auch als Interims-CEO arbeitet, sagte auf einer Konefrenz am 17. Mai, dass der Rekrutierungsprozess "gute Fortschritte" erziele und er selbst den Job nicht dauerhaft anstrebe. Die in Chicago ansässige Personalberatungsfirma Heidrick & Struggles unterstützt AMD bei der Suche.

Derweil erklärte Finanzanalyst Cody Acree von der Williams Financial Group in Dallas, dass er trotz der ungeklärten Personalfragen bei AMD keine potentielle Übernahme durch einen Finanzinvestor sehe. Mit einem Marktwert von 5,3 Mrd. Dollar sei AMD nicht gerade billig und Investoren würden Chip-Firmen seit der nicht erfolgreichen Übernahme von Freescale durch Blackstone, TPG Capital und Carlyle eher meiden.

Seinerzeit hatten die Investoren 17,6 Mrd. Dollar für Freescale bezahlt, der aktuelle Marktwert beträgt jedoch weniger als 4 Mrd. Dollar. Last but not least sagte Acree: "Niemand möchte mit Intel in den Wettbewerb treten". AMD, ein Jahr später als Intel gegründet, steht nunmehr seit 42 Jahren im Schatten des übermächtig erscheinenden Marktführers.