Elektronik-Zeitreise Underwear…

»Nylonwäsche verwirrt Computer«. So lautete eine Schlagzeile aus dem Jahr 1971. Das war Grund genug für die Elektronik-Redakteure, einen Kommentar über Unterwäsche in Rechenzentren zu verfassen.

Wenn man Presseberichten glauben kann, scheint in der Datenverarbeitung neben Hardware, Software und Orgware nun auch die Underwear (Unterwäsche) eine Rolle zu spielen.

Und nachdem in der herstellereigenen Fachpresse und im Rechenzentrum der Universität von Leeds sachlich festgestellt wurde, daß statische Elektrizität bei Kunststoffen unter bestimmten Voraussetzungen Schaltvorgänge in Computern auszulösen vermag, waren sofort die Schlagzeilen geboren: »Nylonwäsche verwirrt Computer«, »Computer dreht durch.«

Die Seeschlange vom Loch Ness ist tot, es lebe die Nylonunterwäsche! Und dann kann man weiterhin so lüsterne Sätze lesen wie diesen: »Computer können den Verstand verlieren, wenn ein Mädchen in Nylonunterwäsche an ihnen vorbeistreicht.«

»Ei der Daus, was sind denn das für Zustände in den Rechenzentren?«, wird sich manches brave Hausmütterchen ob solcher Lektüre fragen, »wenn die Mädchen dort herumstreichen (und wie!).« –  Nun, schon der Schiller (wir meinen den Friedrich) läßt seinen Kapuziner in Wallensteins Lager sagen: »Wess‘ das Gefäß ist gefüllt, davon es sprudelt und überquillt«.

Das ist der Zug der Zeit. Es sollte nicht wundernehmen, wenn in den nächsten Wochen … es ist immerhin der Wonnemonat Mai … auch die »Heißen Höschen« so manchen Computer in Verwirrung brächten. Flugs werden die Reporter zu den Tintenfässern eilen, um uns darüber zu informieren. Wunder um Wunder um die Computer. Wer will sich da nicht wundern?