Infineon Technologies Traum-Geschäftsjahresabschluss, aber Ausblick mit Bremsspuren

Peter Bauer, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG: „2011 war ein Rekordjahr mit den besten Ergebnissen für das Unternehmen bei Umsatz und Marge in den heutigen Geschäftsfeldern.“
Peter Bauer, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG: „2011 war ein Rekordjahr mit den besten Ergebnissen für das Unternehmen bei Umsatz und Marge in den heutigen Geschäftsfeldern.“

Infineon hat das Geschäftsjahr 2011 mit einem Umsatz von 4,0 Mrd. Euro abgeschlossen, das entspricht einem Wachstum von 21 Prozent. Gleichzeitig konnte das Neubiberger Unternehmen einen Nettogewinn von 1,12 Mrd. Euro einfahren.

„Infineon kommt damit innerhalb eines Jahres jenem Umsatzniveau nahe, das das Unternehmen vor dem Verkauf der Mobilfunksparte hatte“, erklärte Vorstandsvorsitzender Peter Bauer auf der Jahrespressekonferenz des DAX-Konzerns. Infineon hatte die Mobilfunksparte im Januar 2011 für 1,4 Mrd. Dollar an Intel verkauft. Aussagekräftiger für den Geschäftserfolg als der Nettogewinn dürfte das Segmentergebnis von 786 Mio. Euro (Vj. 475 Mio. Euro) sein, das rund 20 Prozent des Umsatzes ausmacht. Denn im Nettogewinn von 1,12 Mrd. Euro stecken auch Buchgewinne in Höhe von rund 500 Mio. Euro aus dem Verkauf der Mobilfunksparte.

Die drei verbliebenen Unternehmensbereiche Automotive (ATV), Industrial und Multimarket (IMM) sowie Chipkarten und Sicherheit (CCS) konnten alle zulegen und zum Segmentergebnis beitragen. ATV wuchs beim Umsatz um 22 Prozent auf 1,55 Mrd. Euro und beim Ergebnis um 41 Prozent auf 279 Mio. Euro, IMM steigerte den Umsatz um 26 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro und das Ergebnis um 51 Prozent und CCS legte um fünf Prozent auf 428 Mio. Euro zu, und beim Ergebnis um 145 Prozent auf 54 Mio. Euro. In Forschung und Entwicklung investierte der Halbleiterhersteller 439 Mio. Euro, das entspricht einem Umsatzanteil von elf Prozent.

Infineon beschäftigt derzeit 25.750 Mitarbeiter, das sind rund 900 Mitarbeiter weniger als vor einem Jahr, aber wenn man berücksichtigt, dass rund 3.500 Mitarbeiter mit dem Verkauf der Mobilfunksparte zu Intel gewechselt haben, dann ist der Beschäftigungssaldo mit etwa 2600 neuen Stellen deutlich positiv. Im Geschäftsjahr 2011 belief sich die Investitionssumme auf 887 Mio. Euro. Ein wesentliches Investitionsprojekt war dabei die Fertigung von Leistungshalbleitern auf Basis von gedünnten 300-mm-Wafern. Dazu wurde in Villach eine 300-mm-Pilotlinie aufgebaut und für die Massenproduktion das ehemalige 300-mm-Werk von Qimonda in Dresden übernommen.