Entwicklungshilfe aus Deutschland Sachsen unterstützt Abu Dhabi in der Mikroelektronik

Der Freistaat Sachsen hat mit der Executive Affairs Authority aus Abu Dhabi eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der es um den Austausch von Expertise im Bereich Hochtechnologie geht, speziell in der Mikroelektronik.

Das Bundesland Sachsen hat mit Abu Dhabi's Executive Affairs Authority während der Nah-Ost-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Absichtserklärung hinsichtlich des Austauschs von Expertise im Bereich Hochtechnologie unterzeichnet. Hierbei soll es primär um Forschung und Entwicklung in der Mikroelektronik gehen.

Beobachter gehen davon aus, dass hierdurch primär Expertenwissen im Bereich Halbleiterfertigung von Dresdens Globalfoundries-Fab, die zum größten Teil der sich im Staatsbesitz befindlichen Inverstmentfirma ATIC aus Abu Dhabi gehört, nach Abu Dabi abfliessen wird, damit das Wüstenemirat in die Lage versetzt wird, eine eigene Halbleiter-Fab zu bauen.

Die Absichtserklärung wurde bereits am 25. Mai vom Chef der sächischen Staatskanzlei Dr. Johannes Beermannn sowie S.E. Khaldoon Khalifa Al Mubarak, Vorsitzender der Executive Affairs Authority, unterzeichnet. Anwesend waren weiterhin der deutsche Botschafter in den vereinigten arabischen Emiraten, Klaus-Peter Brandes, und Ibrahim Ajami, Generaldirektor von ATIC.

Bereits im Sommer 2009 hatte Abu Dhabi 20 Studenten in ein Austauschprogramm bei Globalfoundries in Dreden gesteckt, im Juni 2010 werden weitere 60 Studenten im Rahmen eines Praktikums dort arbeiten.

In dem Abkommen wird fixiert, dass vier Arbeitsgruppen aus den Bereichen Industrie, Forschung und Entwicklung, Ausbildung und Training sowie Kultur gebildet werden. Die erste Sitzung des Ausschusses soll bereits im Sommer 2010 in Dresden stattfinden.

Bereits im Jahr 2002 wurde eine Vereinbarung zwischen Deutschland und dem anderen Staat in den vereinigten arabischen Emiraten, Dubai, geschlossen. Eine Communicant Semiconductor Technologies AG genannte Firma wurde mit dem Ziel gegründet, Chips auf Basis eines Silizium-Germanium-Prozesses zu fertigen. Dazu wurde mit der Errichtung einer Fab in Frankfurt an der Oder begonnen, das Projekt kollabierte jedoch bereits 2003, weil Dubai seinen Fokus auf die Dubai Silicon Oasis (DSO) richtete, ein High-Tech-Cluster in Dubai. Bis heute konnte trotz diverser Subventionen und Steuerleichterungen jedoch nicht die kritische Masse an Unternehmen und Forschungseinrichtungen gewonnen werden, um die DSO zu einer Erfolgsgeschichte werden zu lassen.