Quartalsergebnisse stehen fest Renesas mit Umsatzverlusten, aber höherem Gewinn

Renesas Firmenzentrale im Nippon-Building in Tokio.
Renesas Firmenzentrale im Nippon-Building in Tokio.

Der japanische Halbleiterhersteller hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2015 einen Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen müssen, dafür ist der Gewinn über 66 % gestiegen - die Restrukturierung scheint Wirkung zu zeigen.

Mit 191,9 Mrd. Yen Umsatz (1,74 Mrd. Dollar) verfehlte Renesas den Vorjahresumsatz im selben Quartal um 23,7 Mrd. Yen oder 11 %. Dafür kletterte der Gewinn um 15,2 Mrd. Yen oder 66,2 % auf 38,2 Mrd. Yen (347 Mio. Dollar). Dies entspricht einer Umsatzrendite von 20 %, einem in der Branche mehr als ordentlichen Wert, insbesondere wenn man die Kosten für das Frühpensionierungsprogramm einbezieht. Die Restukturierungsmaßnahmen, die zu massiven Kosteneinsparungen geführt haben, zeigen daher bilanztechnisch zunehmend Wirkung, nachdem auch schon das Vorquartal profitabel war.

Das Halbleitergeschäft als mit Abstand größter Geschäftsbereich von Renesas schrumpfte um 14,6 % auf 177,4 Mrd. Yen, wobei das gute Automotive-Geschäft einen weit drastischeren Absturz verhinderte: Dieses wuchs nämlich um 3 % auf 82,1 Mrd. Yen, dagegen verlor der Bereich "General Purpose" um 25,6 %. Die Eigenkapitalquote konnte erstmals nach langer Zeit wieder über die 30-%-Marke gehoben werden.

Was das Gesamtgeschäftsjahr 2015 angeht, das am 31. März zuende geht, progonostiziert Renesas jetzt einen Umsatz in Höhe von 786 Mrd. Yen oder 7,36 Mrd. US-Dollar. Mit 74 Mrd. Yen soll erstmals nach langer Zeit auch wieder ein Gewinn erwirtschaftet werden, letztes Jahr wurden ja noch 5,3 Mrd. Yen Verlust eingefahren. Übers gesamte Geschäftsjahr würde somit eine Umsatzrendite von 9,4 % erwirtschaftet. Während der Automotive-Chip-Umsatz um rund 5 % gegenüber dem Vorjahr wachsen soll, wird der Umsatz mit "General Purpose"-Halbleitern laut Renesas' Prognose um einen "geringen zweistelligen Prozentbetrag" schrumpfen. Zusammen soll der Halbleiter-Umsatz gegenüber dem Geschäftsjahr 2014 um 6,1 % auf 748, 0 Mrd. Dollar sinken.

Dass der Jahresgewinn nicht noch höher ausfällt, hängt auch mit einem prognostizierten schwachen 4. Quartal zusammen, das nur einen Gewinn von 700 Mio.Yen erzielen soll. Der Grund hierfür sind Kosten im Rahmen der Restrukturierung von Fertigungsanlagen.

Nachdem man schon im Kalenderjahr 2013 einen Umsatzrückgang von 9,314 auf 7,975 Mrd. Dollar (-14 %) hinnehmen musste, wird man im Kalenderjahr 2014 also rund 7,36 Mrd. Dollar erwirtschaften, ein weiterer Rückgang um knapp 8 %. Damit wird den Japanern die Rückkehr in die Top-10-Halbleiterhersteller, aus der sie 2013 erstmals in ihrer Firmenhistorie herausgefallen waren,  mit hoher Wahrscheinlichkeit verwehrt bleiben, da ST Microelectronics trotz hohem Umsatzrückgang in 2014 auf 7,4 Mrd. Dollar seinen Platz 10 Stand heute knapp wird verteidigen können.