Die Übernahmewelle geht weiter Renesas kauft Intersil

Seit ein paar Monaten jagt in der Halbleiterbranche eine Konsolidierungsmeldung die nächste: Softbank übernimmt ARM, Infineon übernimmt Wolfspeed, Analog Devices übernimmt Linear Technology. Und nun die nächste Akquisition...

Im September folgte die nächste Übernahmeankündigung. So beabsichtigt Renesas, den Analog-Schaltkreis- und Stromversorgungs-IC-Hersteller Intersil für etwa 3,2 Mrd. US-Dollar in bar zu kaufen. Pro Aktie zahlt Renesas damit 22,50 US-Dollar. Momentan steht die Zustimmung der Aktionäre von Intersil sowie der zuständigen staatlichen Behörden noch aus. Mit dem Abschluss der Transaktion wird dann im ersten Halbjahr 2017 gerechnet.

Intersil erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 insgesamt 521,6 Mio. US-Dollar; 341,9 Mio. Dollar stammten dabei aus dem Bereich Industrie und Infrastruktur, die restlichen 179,7 Mio. Dollar aus dem Bereich Computing und Konsumelektronik. Der Umsatz von Renesas lag bei etwa 6,7 Mrd. Dollar.

Die beiden Unternehmen erhoffen sich durch den Zusammenschluss Synergieeffekte von etwa 170 Mio. Dollar. Diese sollen unter anderem durch das komplementäre Produktangebot zustande kommen, durch das Renesas zu einem Lösungsanbieter kompletter Embedded-Systeme werden will. Die Kombination von Renesas‘ Mikrocontrollern und SoCs mit Intersils Power-Management- und Analog-Bausteinen soll die Entwicklung von Embedded-Lösungen für Marktsegmente wie Automotive, Industrie, Cloud-Computing, Gesundheitselektronik und Internet der Dinge ermöglichen.

Die Übernahme überrascht nur insofern, dass man Renesas das dafür nötige Geld nicht zugetraut hätte. Denn die finanzielle Situation von Renesas war in den letzten Jahren reichlich angespannt: Nach dem Fukushima-Erdbeben, bei dem mehrere Fertigungsstandorte des Unternehmens stark beschädigt wurden, war Renesas von der Insolvenz bedroht und gehört seit 2013 dem japanischen Staat.