Zerstörung durch Erdbeben Renesas erreicht volles Fertigungs-Niveau erst im Oktober

Der japanische Chip-Hersteller Renesas Electronics hatte als Folge des Erdbebens vom 11.März rund 40 Prozent seiner Produktionskapazität verloren. Jetzt gab der Konzern bekannt, dass er das Fertigungs-Niveau vor dem Beben nicht vor Ende Oktober erreichen wird.

Zudem wurde für das Geschäftsjahr 2011, das am 31.3.2011 endete, ein Verlust von 115 Mrd.Yen (rund 1,4 Mrd. Dollar) ausgewiesen, der größtenteils durch die Produktionsausfälle und Reparaturkosten der beschädigten Fabs entstand.

Die meisten Fertigungsstätten, die nach dem Beben außer Betrieb waren, haben schon seit einigen Wochen die Produktion ganz oder teilweise wieder aufgenommen. Die am meisten beschädigte Fab Naka in der Präfektur Ibaraki wird jedoch nach wie vor repariert. In dieser Fab werden Mikrocontroller u.a. für Automotive und SoCs gefertigt.

Aktuell plant Renesas, die Produktion in Naka teilweise im Juni wiederaufzunehmen, was bedeuten würde, dass im August erste Chips ausgeliefert werden könnten. Ende Oktober - so hofft man - wird dann wieder der Chipausstoß von vor dem 11.März erreicht werden. Dazu nutzt Renesas Foundries wie TSMC und Globalfoundries ebenso wie andere Renesas-Fabs. In Naka sollen ab Ende Juli wieder die gleiche Zahl Wafer verarbeitet werden wie vor dem Beben. Zuvor hatte Renesas die Operation in vier weiteren Front-End- und drei Back-End-Fabs aufgenommen.

Renesas gab im Zusammenhang mit den Schäden einen Verlust von 49,5 Mrd. Yen (606 Mio. Dollar) an, davon 527,8 Mio. Dollar für Reparaturen an Gebäuden und Fab-Tools. Von Versicherungen hat man bislang 195,9 Mio. Dollar erhalten, d.h. die Gesamtschäden beliefen sich auf 802,1 Mio. Dollar. Davon sollen allein 85 % in der Naka-Fab aufgetreten sein.

Ein weiterer Verlust in Höhe von 67 Mrd. Yen (820,3 Mio. Dollar) wurde im Zusammenhang mit Umstrukturierungen verbucht. Diese Maßnahmen enthalten auch den Abbau von 2.800 Mitarbeitern, einschließlich 1.500 Frühpensionäre, 600 durch den Verkauf der Fab in Roseville, Kalifornien, und die Auslagerung von 700 Mitarbeitern an Distributoren und Großaktionäre. Weitere 1.000 Mitarbeiter wurden innerhalb des Konzerns in andere Geschäftsbereiche verlagert.

Der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug 1,14 Billionen Yen (rund 14 Mrd. Dollar). Eine Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr, dass Ende März 2012 endet, gab Renesas nicht ab. Diese soll auf Grund der "Unwägbarkeiten" nach dem Erdbeben im Juli erfolgen.