Lizenz zum Gelddrucken ? Qualcomm wird laut Studie bis 2015 den Applikations-Prozessormarkt beherrschen

Schon das gerade abgelaufene Geschäftsjahr brachte dem kalifornischen Fabless-Chip-Hersteller Qualcomm ein Rekordergebnis: 36 % mehr Umsatz, ein 31 % höherer Gewinn als 2010 und dazu eine höhere Umsatzrendite als Branchenprimus Intel. Geht es jedoch nach einer Analyse der amerikanischen Linley Group, wird Qualcomm bis 2015 mehr Applikationsprozessoren verkaufen als Texas Instruments, Samsung, Marvell, Freescale, Nvidia, Broadcom und MediaTek zusammen.

Die größten Märkte für Applikationsprozessoren sind neben Handys und Tablets Navigationssysteme. Weitere Applikationen sind E-Reader, IP-Telefone oder digitale Bidlerrahmen, diese sind jedoch quantitativ weniger relevant.

Die Analyse der Linley Group zeigt bei Handys einen klaren Trend zu integrierten Lösungen, bei denen sich Applikationsprozessor und Basisband-Prozessor auf einem Chip befinden: Waren dies 2010 noch 55 % inklusive aller Geräte von HTC und RIM sowie die meisten Symbian-Handys von Nokia, wird der Anteil bis 2015 auf 71 % ansteigen. Mehr als die Hälfte der restlichen 29 % werden auf Apple-iPhones entfallen, wobei Apple ja einen eigenen Prozessor designt.

Im Ergebnis werden die Verkäufe von diskreten Applikationsprozessoren trotz eines Anstiegs der Smartphone-Verkäufe auf 720 Mio. Stück in 2015 zurückgehen. Im Gegensatz dazu werden die meisten Tablets weiterhin diskrete Applikationsprozessoren nutzen, was 2015 zu 476 Mio. verkauften Chips führt, gegenüber 2010 einem Wachstum von 69 %.

Bild 1 zeigt die Umsätze mit diskreten Applikationsprozessoren für Smartphones, Tablets und Navigationsgeräten sowie den durchschnittlichen Verkaufspreis (ASP). Das enorme Wachstum in 2011 und 2012 ist den explodierenden Tablet-Markt zuzuschreiben, ebenso der Anstieg des ASP, da Tablets Prozessoren mit höherer Rechenleistung erfordern. Da ab 2012 jedoch mehr Tablets mit Apples iPad in Konkurrenz treten werden, was zu einem gewissen Preisdruck führen wird, erwartet die Linley Group wieder sinkende ASPs.

Im Handy-Markt werden hingegen ab 2013 trotz höherpreisiger Dual- und Quadcore-Chips sinkende Umsätze erwartet, da die diskreten Prozessoren Boden zu Gunsten der integrierten SoCs verlieren werden. Gleiches gilt für Navigationssysteme, wo die diskreten Prozessoren Anteile zu Gunsten von Lösungen, die Prozessor und GPS-Funktionalität vereinen, verlieren werden. Die Kategorie „Andere“ wird primär durch Apples iPod Touch getrieben.