Texas Instruments OMAP 5 mit bis zu vier ARM-Cortex-A15-Cores?

Der Halbleiterhersteller Texas Instruments setzt auf noch mehr Rechenleistung für mobile Geräte. Laut Elektronik-Informationen wird TI auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona die fünfte Generation seiner OMAP-Prozesoren mit bis zu vier ARM-Cores vorstellen. Die OMAP-Chips sollen neben Smartphones auch Tablets antreiben. Im März soll dann auch noch ein Mikrocontroller mit Cortex-M4-Core vorgestellt werden.

Auch, wenn sich Texas Instruments zu Details der neuen OMAP-5-Generation noch ausschweigt, kann man davon ausgehen, dass sie einen bis vier Cores des ARM-Cortex-A15 enthalten wird, für den TI Entwicklungspartner für ARM war. Klar ist auch, dass aus Gründen der Leistungsaufnahme eine Quad-Core-Version weniger für Smartphones als für Tablets geeigent erscheint. Falls TI die von ARM in einem 28-nm geschwindigkeitsoptimierten Prozess maximal spezifizierte Taktfrequenz von 2,5 GHz ausreizen sollte, käme ein OMAP 5 in einer Quad-Core-Version auf eine Rechenlesitung von 35.000 DMIPS - zum Vergleich: Ein mit 600 MHz getaktetes Apple iPhone 3GS, das von einem Single-Core Cortex-A8 mit 2,0 DMIPS/MHz angetrieben wird, kommt auf 1200 DMIPS. Allerdings würden alleine die Cores in einem OMAP 5 in dieser Konfiguration im aktiven Modus auch geschätze 6,5 W aufnehmen.

Realistischer erscheint die Nutzung eine 28-nm-Low-Power-Prozesses, bei dem die maximale Taktfrequenz laut ARM auf 1,5 GHz limitiert ist. In diesem Fall würden in einer Quad-Core-Version 21.000 DMIPS bei geschätzten 2,4 W erreicht. Diese Leistungsaufnahme ist für Smartphones natürlich immer noch viel zu hoch. In einer Dual-Core-Version mit 2 x 1,5 GHz hingegen käme man bei 10.500 DMIPS auf nur noch 1,2 W, was fast genau den Werten eines OMAP 4400 enstpricht, in dem der Cortex-A9 MPCore zum Einsatz kommt. Dieser kommt im Gegensatz zum Cortex-A15 jedoch "nur" auf 2,5 DMIPS/MHZ, d.h. der OMAP 4400 auf 7500 DMIPS.

Fazit: Durch die Ablösung des Cortex-A9 in der OMAP-4-Generation durch den Cortex-A15 und das Schrumpfen der Prozessgeometrie von 45 nm auf 28 nm würde TI die Rechenleistung um 40 % steigern können, während die Leistungsaufnahme vergleichbar bliebe. Zudem wäre die Plattform mit dem Cortex-A15 wesentlich besser nach oben skalierbar, was für den Einsatz in Tablets wichtig ist.

MCU mit Cortex-M4

Voraussichtlich im März soll dann der erste TI-Microcontroller mit Cortex-M4-Core vorgestellt werden, der bislang nur in Chips von NXP und Freescale zum Einsatz kommt. ST Microelectronics hat zwar auch derartige Pläne bestätigt, aber bislang noch keine Produktdetails verraten. Der Cortex-M4, ein um DSP-Funktionen "aufgebohrter" Cortex-M3, kommt in NXPs LPC4300 erstmals mit einem Coprozessor Cortex-M0 zum Einsatz.