Elektronik-Zeitreise Ohne Wasser keine Chips

Wenn Wasserknappheit herrscht, dann hat das auch Auswirkungen auf die Wirtschaft.
Wenn Wasserknappheit herrscht, dann hat das auch Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Erhebliche Ernteausfälle. Viel zu viele Badeunfälle. Das heiße Sommerwetter hat seine Schattenseiten. Im Jahr 1991 hat die Elektronik über die drastischen Auswirkungen ausbleibenden Regens berichtet. Das Silicon Valley litt nämlich damals unter einer großen Dürre.

Im Silicon Valley wird das Wasser knapp. Jetzt schließt die Halbleiterindustrie Entlassungen nicht mehr aus. Nicht nur der rasche Preisverfall von Chips und die Schwäche der amerikanischen Wirtschaft machen derzeit den Halbleiterwerken im Silicon Valley das Leben schwer.

In den letzten Monaten ist es die Natur, die dieser Industrie Probleme bereitet. Der ausbleibende Regen sorgte dafür, daß die kalifornischen Talsperren so gut wie leer sind, die öffentliche Wasserversorgung soll um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Für die Chiphersteller brechen harte Zeiten an, denn ohne Wasser geht in den Fabriken praktisch nichts mehr.
 

Einschränkungen für die Halbleiterindustrie möglich

Mitte Februar gab das »Federal Central Vally Water Project«, das die Gegend um Santa Clara mit einem Drittel der lebensnotwendigen Wasserration versorgt, der Halbleiterindustrie bekannt, daß nun eine Einschränkung der Versorgung nicht mehr ausgeschlossen werden könnte.

Die Bundes-Wasserwerke haben ihre Lieferungen bereits um 75 Prozent reduziert; das »California State Water Project« wird die abzugebende Menge um 85 Prozent senken. Damit fallen für das örtliche Versorgungsunternehmen »Santa Clara Valley Water District« mehr als die Hälfte der benötigten Wassermengen aus.
 

Sparmaßnahmen dringend nötig

Sparmaßnahmen sind nach Meinung der zuständigen Behörden dringend notwendig. […] Falls freiwillige Einschränkungen nicht greifen, kündigten die öffentlichen Versorgungsunternehmen vorsorglich schon einmal strikte Rationierungsmaßnahmen an. Ein Beobachter der südkalifornischen Industrie sieht in diesem Fall ernste Probleme auf die Chipfabriken zukommen, die dringend auf Wasser angewiesen sind.

Bei einer Drosselung des Wasserverbrauchs von 35 Prozent könnten seiner Meinung nach zumindest Produktionsschichten ausfallen oder sogar Mitarbeiter entlassen werden. Da die Halbleiterindustrie für die Gegen um Santa Clara einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren ist, wolle man aber versuchen, deren Wasserversorgung so gut wie möglich aufrechtzuerhalten, und zwar – wenn nötig – auf Kosten von Zierrasen und Vorgärten.