Atom im Tablet Neuer Atom für Windows-8-Tablets

Intel hat ein neues SoC für Tablets mit Windows 8 herausgebracht. Der Atom Z2760 ist ein Dual-Core-Prozessor mit 1,8 GHz Taktfrequenz und Multithreading, zudem enthält der Chip eine GPU, welche die De- und Enkodierung von Videos in Full-HD mit 1080p ermöglicht. Intel-Chef Paul Ottelini soll Medienberichten zufolge Windows 8 allerdings noch für »unfertig« halten.

Auch der Intel Atom Z2760 wird nach wie vor in 32-nm-Technologie gefertigt. Jeder Core hat einen eigenen 512 KB großen L2-Cache. Die GPU des Typs PowerVR SGX 545 wird mit 533 MHz getaktet, was einen erheblichen Fortschritt gegenüber der mit 400 MHz getakteten PowerVR SGX 540 beim Intel Atom Z2460 darstellt. Beim Arbeitsspeicher bietet der neue Atom-Prozessor eine Zweifach-Schnittstelle zu LPDDR2-Speicher.

Neben der Steigerung der Rechenleistung im Vergleich zu vorherigen Atom-Generationen verspricht Intel auch einen gesunkenen Energieverbrauch, leider gibt es hierzu keine konkreten Daten. Diese dürften jedoch auch stark schwanken, da der Atom Z2760 die Leistung der beiden Cores je nach Last dynamisch reguliert. Unterstützt wird jetzt auch der schon von den Core-Prozessoren bekannte Burst-Modus, der eine temporäre Übertaktung ermöglicht. Mit dem Z2760 wird es möglich sein, lüfterlose Geräte zu bauen, eine Kernvoraussetzung, um mit der ARM-basierten Konkurrenz mithalten zu können.

Neue S0ix genannte Energiesparmodi können in Verbindung mit dem Windows-8-Run-Time-Power-Management (RTPM) den Energieverbrauch des SoCs bis auf 2 mW drücken können (im Energiesparmodus S0i3).

Intel geht davon aus, dass die Atom-CPU bis zu zehn Stunden lang für das Abspielen von HD-Videos genutzt werden kann, die Standby-Zeit läge bei bis zu drei Wochen. Natürlich spielen bei diesen Zahlen Faktoren wie die Display-Abmessungen, die Helligkeit oder die Größte der Batterie eine entscheidende Rolle. Fest im Chip integriert sind auch Wi-Fi, 3G bzw. 4G oder eine Unterstützung für Kameras.

Displays werden intern per MIPI-DSI oder LVDS angesprochen. Embedded Displayport beherrscht der Chip offenbar nicht. Externe Displays können per HDMI angesteuert werden.

Bloomberg: Ottelini halt Windows 8 für unfertig

Windows 8 soll ja bekanntlich am 26. Oktober auf den Markt kommen, Intels CEO Paul Otellini hat jedoch nach einem Bericht der Finanzagentur Bloomberg seine ganz eigene Meinung über die Ausgereiftheit des Betriebssystems: Zu Mitarbeitern soll Ottelini in der taiwanischen Hauptstadt Taipei geäußert haben, Windows 8 sei noch nicht fertig und benötige immer noch Verbesserungen.

Laut dem Bloomberg-Bericht sieht dies Ottelinin allerdings als nicht problematisch an, es sei vielmehr der richtige Weg, Windows 8 herauszubringen, bevor es fertig sei. Microsoft könne die Verbesserungen noch vornehmen, wenn die Software bereits ausgeliefert sei. Schon frühere Windows-Versionen wurden als "Bananen-Software" bezeichnet, die erst beim Kunden reifen.

Vermutlich beziehen sich diese Aussagen nicht nur auf Treiber für Hardware, sondern auch auf Hersteller von Anwendungssoftware, die zu wenig Zeit hatten, ihre Programme an Windows 8 anzupassen.

Schon Alex Gauna, Analyst bei JMP Securities in San Francisco, hatte sich laut Bloomberg Mitte September beim Intel Developer Forum in San Francisco "besorgt" über die Zahl der Fehler in Windows 8 geäußert.