Elektronik-Zeitreise Meteorologen in Bedrängnis

Eine exakte Wettervorhersage zu treffen, ist nach wie vor schwierig. Noch komplizierter wird es allerdings, wenn den Meteorologen die passende Technik zu teuer ist. Zu diesem Problem kam es im Jahr 1991.

Das Wetter vorherzusagen, ist beileibe kein einfacher Job. Liegt der Meteorologe mit seiner Vorhersage daneben, sind ihm Spott oder Zorn der ganzen Nation sicher. Für die Mitglieder dieser Zunft in den USA brechen jetzt harte Zeiten an. Der Grund ist, daß die japanischen Hersteller von Supercomputern die Rabatte für ihre Rechner kräftig nach unten korrigierten.

Nationale Forschungseinrichtungen und Universitäten in den Vereinigten Staaten bekamen bislang die Superrechner aus Nippon für 20 bis 40 % des Listenpreises. Nachdem sich die US-Regierung auf Druck der einheimischen Anbieter über solche Dumping-Methoden beklagt hatte, paßten sich die Firmen aus Fernost an. Jetzt liegen die Rabatte »nur« noch bei 30 bis 40 %.

Das wiederum paßt speziell den Meteorologen ganz und gar nicht in den Kram. Denn die komplizierten Vorgänge in der Atmosphäre lassen sich nun einmal nur mit Hochleistungsrechnern analysieren und simulieren. Da die Supercomputer jetzt erheblich mehr kosten als geplant, mußte das amerikanische Wetteramt seinen Plan verschieben, noch in diesem Jahr seinen Superrechner auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Noch ärger traf es das nagelneue meteorologische Forschungszentrum des Bildungsministeriums, das dieses Jahr eröffnet wird. Es muß vorläufig ganz auf einen der begehrten »Number Cruncher« verzichten.

Bleibt zu hoffen, daß die Wetterfrösche zwischen New York und San Francisco mit ihren Prognosen nicht allzusehr danebenliegen – auch ohne neue Supercomputer.