Prozessormarkt Intels Marktanteil im Prozessormarkt wächst weiter

Dass Intel den Mikroprozessor-Markt beherrscht, ist nicht neu, ebenso nicht, dass es schwierig ist, einen sowieso schon hohen Marktanteil weiter zu erhöhen. Der Chiphersteller Intel konnte im 3. Quartal 2011 dennoch nochmals zulegen - auf 83,69 % aller verkauften Mikroprozessoren inklusive RISC-basierter Chips.

Um weitere 1,2 % konnte Intel zulegen - von 82,52 % auf 83,69 % Marktanteil. Gegenüber des Vergleichsquartals 2010, als der weltgrößte Halbleiterhersteller auf "nur" 80,93 % kam, sogar um 2,8 %. Wo es Gewinner gibt, gibt es natürlich auch Verlierer, und dieser heißt einmal mehr AMD. Der zweite Anbieter von x86-Prozessoren musste nicht nur Einbußen um 0,3 % auf 10,22 % Marktanteil hinnehmen (sogar von 11,45 % kommend im Vergleich der 3. Quartale 2011 und 2010), sondern auch einen Rekordrückstand auf Intel um 73,5 % - nach 72 % im 2. Quartal 2011.

Auch die übrigen Prozessorhersteller, zu denen neben dem x86-Vertreter VIA auch diverse Hersteller von RISC-basierten Architekturen zählen, verloren: 0,9 % im Quartalsvergleich und 1,5 % im Jahresvergleich.

Intels Zuwachs war dabei von zwei gegenläufigen Entwicklungen geprägt: Im Netbook-Markt gingen die Verkäufe des Atom-Prozessors um 32 % zurück, eine Folge des kollabierenden Netbook-Marktes an sich: Statt noch 32 Mio. verkauften Netbook-Geräten 2010 werden für 2011 nur noch 21,4 Mio. im Jahr 2011 erwartet, bis 2015 soll diese Zahl sogar auf 13,4 Mio. sinken. Der Niedergang der Netbooks wird primär durch den explodierenden Tablet-Markt bedingt. Dort werden allerdings keine diskreten Mikroprozessoren sondern Systems-on-Chip eingebaut, die neben dem Prozessor-Core noch Peripherie auf einem Chip integrieren.

Doch es gibt für Intel durch diesen Zuwachs im Mobilmarkt auch eine positive Entwicklung: Zuwachs in den Verkäufen von Server-Prozessoren durch den Ausbau von Daten-Centern, der durch Cloud-Computing notwendig wurde. Wärhend der Cloud-Gesamtmarkt 2010 noch 23 Mrd. Dollar betrug, wird er bis 2015 auf 110 Mrd. Dollar anwachsen, exemplarisch sei hier nur Apples iCloud für iPhone und iPad genannt.

In den folgenden Quartalen wird das Geschäft für Intel bedingt durch die Flutschäden in Thailand vermutlich zurückgehen: Durch Lieferengpässe bei Festplatten werden im 1. Quartal 2012 vermutlich statt erwarteter 88 Mio. PCs nur 84,2 Mio. Geräte ausgeliefert werden können, wodurch Intels Lieferungen an die PC-Hersteller bereits im 4. Quartal 2011 beeinträchtigt werden. Trotz alledem erwartet das Marktforschungsunternehmen IHS, dass Intel seine Fürhrung auch im Gesamt-Halbleitermarkt 2011 weiter ausbauen wird und 6,5 % vor dem Zweitplatzierten Samsung stehen wird - 2010 betrug der Vorsprung nur 3,9 %.

Marktanteile im Prozessor-Markt im 2. und 3. Quartal 2011 und im jeweiligen Jahresvergleich

 HerstellerMarktanteil Q3 2011
Marktanteil Q2 2011
Marktanteil Q3 2010
Änderung Q3 2011 gegenüber Q2 2011Änderung Q3 2011 gegenüber Q3 2010 
 Intel 83,69 %
 82,52 %
 80,93 %
1,2 % 2,8 %
AMD10,22 %10,53 %11,45 %-0,3 %-1,2 %
Andere6,1 %7,0 %7,6 %-0,9 %-1,5 %