ISSCC 2011 Intel stellt neuen Prozessor für "Mission-critical-Server" vor

Der nächste Itanium-Prozessor wird einmal mehr Maßstäbe setzen, was die Komplexität von Halbleitern angeht: Die unter dem Codenamen "Poulson" geführte CPU wird aus über 3 Milliarden Transistoren mit acht Cores bestehen.

Auf der ISSCC hat Intel den Nachfolger des aktuellen Itanium 9300 (Tukwila) vorgestellt

Zusammen mit den Caches, den acht Cores und den Zusatzfunktionen kommt Poulson - so der Intel Codename) auf 3,1 Milliarden Transistoren auf 18,2 x 29,9 mm2 Siliziumfläche. Er stellt damit den komplexesten Prozessor überhaupt dar. Er wird in einem 32-nm-Prozess gefertigt und enthält 54 Mbyte Cache, die zwischen Cores und Systemschnittstelle aufgeteilt werden. High-Speed-Links erlauben eine Prozessor-zu-Prozessor-Bandbreite von bis zu 128 GByte/s und eine Speicherbandbreite bis zu 45 GByte/s.

Wieviel L1- und L2-Cache existieren, verriet Intel nicht. Wahrscheinlich ist aber auch hier mehr Speicher vorgesehen, denn die Pipelines haben sich bei Poulson stark verändert. Bis zu zwölf Befehle statt bisher sechs können nun gleichzeitig in der Pipeline bearbeitet werden. Intel hat damit also die Parallelität im Prozessor weiter erhöht, was schon immer das Ziel des Ansatzes "EPIC" war, mit dem der Itanium anfangs umschrieben wurde: "Explicit Parallel Instruction Computing". Dafür muss der Compiler viel Vorarbeit leisten, um die Befehle in eine für den Prozessor optimale Reihenfolge zu bringen.

Weitere Veränderungen betreffen Daten- und Instruktions-Pipelines, ein neuer Instruction Buffer und auch die Überarbeitung der Gleitkomma-Pipeline. Zudem wurden die Anzahl der Ausführungseinheiten verdoppelt und die Geschwindigkeit der QPI-Links (QuickPath Interconnect) und SMI-Verbindungen (Scalable Memory Interconnect) deutlich angehoben, was bereits allein für 33 Prozent mehr Bandbreite sorgen soll.

Neben mehr Rechenleistung sollen die neuen Pipelines auch für mehr Energieeffizienz sorgen. Die TDP beträgt statt 185 W bei Tukwila nur noch 170 W trotz doppelt sovielen Cores. Zum Stromsparen trägt auch bei, dass der Takt von Speichermodulen abgeschaltet werden kann.

Neben ECC sollen umfangreichere RAS-Funktionen (Reliability, Availability, Serviceability) für mehr Zuverlässigkeit sorgen