Intel verteidigt sich gegen ARM im Mikroserver Intel-Prozessor Xeon D-1500 mit Broadwell-CPUs in 14-nm-Fertigung, aber kein SoC

Als System-on-Chip vermarktet Chip-Riese Intel seine neuen Xeon-D-1500 genannten Bausteine für Mikroserver. Auch wenn diese Aussage hunderte Journalisten weltweit übernommen haben, wird sie dadurch nicht richtiger. Der I/O-Hub befindet sich nämlich auf einem separaten Die, richtig wäre also die Bezeichnung SiP.

Die neuen Serverprozessoren Xeon D-1540 (acht CPUs) und Xeon D-1520 (vier CPUs) sollen als Gegenentwurf für die aufstrebenden 64-Bit-ARMv8-SoCs für Mikroserver dienen. Bislang wurden diese Märkte von Intel vergleichsweise unerfolgreich mit den Atom-basierten Produkten der Familien S1200 und C2000 (Avoton) adressiert.

Bedenklich ist allerdings die Tatsache, dass die Produkte von Intel fälschlicherweise als System-on-Chip vermarktet werden. Tatsächlich handelt es sich um zwei Dies, die als System-in-Package in einem Gehäuse integriert sind: Ein in 14-nm-FinFET-Technolgie gebauter Die mit den CPU-Cores, den PCIe-3.0-Leitungen sowie 10-Gbit-Ethernet-Schnittstelle und ein weiterer vermutlich in 32-nm-Planartechnolgie gefertigter Die mit dem I/O-Hub, der u.a. SATA, PCIe G2, USB und SPI-Schnittstelle bereitstellt.

Die einzigen wirklichen Mikroserver-SoCs, bei denen tatsächlich CPUs, Speicherschnittstellen und sämtliche Kommunikationsperipherie auf einem Silizium-Plättchen befinden, sind diejenigen von ARM-Lizenznehmern wie Cavium oder AppliedMicro.

Die CPUs werden beim Xeon D-1540 nominell mit 2 GHz getaktet, im Turbo-Modus sind 2,6 GHz bzw. 2,5 GHz (wenn alle Cores unter Last stehen) möglich. Ein mit 1,9 GHz getakteter Xeon-D liefert laut Intel die doppelte bis 3,4x so hohe Rechenleistung wie ein Atom C2750 mit acht Silvermont-Cores und 2,4 GHz Taktfrequenz, was angesichts der höheren IPC der Broadwell-CPUs realistisch erscheint. Die ersten Server-Chips mit ARM-Cores wie der X-Gene von AppliedMicro ebenfalls mit 8 Cores und 2,4 GHz können daher mit den Xeon D-1540 nicht mithalten, diese basieren allerdings noch auf 32-bit-ARMv7-CPUs, erst 2015 erscheinen die Nachfolger X-Gene2 mit 64-Bit-ARMv8-Cores.

An die beiden Speicherschnittstellen des Xeon D-1500 können vier Speicher-Ranks wie zwei Dual-Rank-DIMMs angeschlossen werden. Dabei können DDR3L- oder DDR4-DIMMs mit oder ohne fehlererkennende bzw. fehlerkorrigierende Codes (ECC) eingesetzt werden.

Mit DDR4-SDRAMs sind bis zu 128 GB RAM in Form von vier 32-GB-RDIMMs möglich, weil der Broadwell-DE auch 8-GBit-Chips ansteuert. Bei DDR3L stehen nur 4-GBit-Chips im Datenblatt, damit sind es höchstens 64 GByte.

Die Broadwell-SiPs Xeon D-1540 und D-1520 kosten 581 bzw. 199 Dollar.