ZVEI Mikroelektronik-Trendanalyse Halbleitermarkt schon 2019 um mehr als zwölf Prozent eingebrochen

Nach einem schwachen Jahr 2019 sind für 2020 und danach die Auswirkungen der Corona-Krise noch gar nicht absehbar.
Nach einem schwachen Jahr 2019 sind für 2020 und danach die Auswirkungen der Corona-Krise noch gar nicht absehbar.

Der ZVEI beleuchtet jedes Jahr in seiner Trendanalyse den weltweiten Halbleitermarkt und schaut diesmal bis ins Jahr 2024 voraus. Fazit: Trotz starkem Einbruch 2019 und Corona-Krise sei der Welt-Mikroelektronikmarkt insgesamt stabil.

Die Mikroelekronik-Trendanalyse des ZVEI ist die wohl detaillierteste Darstellung der Mikroelektronikzahlen für Deutschland und Europa. Der langjährige ZVEI-Marktexperte Dr. Ulrich Schäfer von Bosch hat sie nun erneut aktualisiert und bis ins Jahr 2024 extrapoliert. Angesichts der Corona-Pandemie dürfte die Prognose freilich mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sein. »Derzeit laufen wir in eine extrem tiefe Rezession hinein. Die langfristige Entwicklung ist derzeit noch gar nicht absehbar«, räumt Schäfer ein.
»Wenngleich der Wachstumspfad des weltweiten Mikroelektronikmarkts im langjährigen Trend intakt ist, so hat dieser 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 12,1 Prozent auf 412 Mrd. US-Dollar nachgegeben«, stellt Dr. Sven Baumann, ZVEI-Experte für Mikroelektronik, Sensorik und Aktorik, anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen ZVEI-Mikroelektronik-Trendanalyse, fest. Einen besonders starken Rückgang verzeichneten Speicherchips, die 2017 und 2018 noch stärkste Umsatztreiber waren. Von 2014 bis 2019 legte der Weltmarkt von 336 auf 412 Mrd. US-Dollar zu, was einem jährlichen durchschnittlichen Wachstum von 4,2 % entspricht. Für die nächsten Jahre wird ein Zuwachs von jährlich etwa 5 % erwartet.

Europa nach wie vor führend bei Automobilelektronik

Der europäische Markt hatte 2019 ein Volumen von rund 40 Mrd. US-Dollar. Zwischen 2014 und 2019 betrug sein mittleres jährliches Wachstum 1,2 %. Auffallend ist laut Baumann eine seit 2015 zu beobachtende Konsolidierung des europäischen Anteils am Gesamtumsatz der Industrie. Unverändert liegt in Europa der Fokus auf den Wachstumsfeldern Automobil- und Industrieelektronik – beim Einsatz von Halbleitern für Automobilelektronik ist der Kontinent weltweit führend. Beide Bereiche lassen auch in den kommenden fünf Jahren hohe Zuwächse erwarten. Vor allem Industrie 4.0 und das Internet der Dinge sind Treiber dieser Entwicklung.
Auch in der Mikroelektronikindustrie sind erste Anzeichen der weltweiten Covid-19-Krise sichtbar, wenngleich das erste Quartal 2020 stabil blieb. In Bereichen der Medizintechnik und Homeoffice-Anwendungen wird Mikroelektronik weiterhin stark nachgefragt.

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ZVEI Mikroelektronik-Trendanalyse bis 2024

Die Mikroelekronik-Trendanalyse des ZVEI ist die wohl detaillierteste Darstellung der Mikroelektronikzahlen für Deutschland und Europa.

Förderung von F+E und Produktion in Deutschland und Europa essentiell

Um in den kommenden Jahren weitere Zuwächse zu erwarten, ist die in Deutschland und Europa gegenwärtig bestehende Forschung, Entwicklung und Produktion zu erhalten und auszubauen. Auch weitere Investitionen in den Produktionsstandort Europa seien dringend notwendig. Bereits erfolgreich ergriffene Maßnahmen wie das IPCEI-Mikroelektronik (Important Project of Common European Interest) und die europäische Forschungsgemeinschaft ECSEL Joint Undertaking (EU-getriebene Public-Private Partnership zur Förderung von elektronischen Komponenten und Systemen) https://www.ecsel.eu/ müssen weiter geschärft und finanziell zukunftsfest ausgestaltet werden.