Kampf dem Corona-Virus Gruppe #industryvsvirus greift an

Der Corona-Virus wird auch die deutsche Automobil-Produktion stark einschränken.
Der Corona-Virus wird auch die deutsche Automobil-Produktion stark einschränken.

»Zusammenarbeit ist wichtig, nicht nur in Zeiten von Corona, sondern um generell Innovationen voranzutreiben.« So lautet das Motto der Gruppe »industryvsvirus«, die sich an dem Hackathon »wirvsvirus« der Bundesregierung beteiligt hat und von Bayern innovativ unterstützt wird.

Zusammen mit fast 43.000 Teilnehmern des Hackathon #wirvsvirus der Bundesregierung vom 20.-22.03.2020 sucht die Gruppe #industryvsvirus nach kreativen Lösungen im digitalen Raum für die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Ihr Vorschlag basiert auf einer Marketplace-Plattform, die Firmen eine aktuelle Übersicht über Angebote und Nachfragen aus der Industrie bietet. Experten des Clusters Automotive und im Bereich Medizintechnik von Bayern Innovativ unterstützen mit ihren Netzwerken und ihrer fachlichen Expertise das Vorhaben.
Ursprünglich wollte die Gruppe von ca. 15 Teilnehmern Beatmungsgeräte mit den freien Kapazitäten der Industrie fertigen. In einer LinkedIn-Gruppe, die mittlerweile mehr als 700 Mitglieder zählt, wurden während des Hackathons bereits Experten aus unterschiedlichsten Bereichen eingebunden. Schnell entwickelte sich die Idee, eine Marketplace- und Collaboration-Plattform aufzusetzen, die das Zusammenführen von Angeboten und Nachfragen aus der Industrie ermöglicht. Auf diese Weise lassen sich freie Kapazitäten im Maschinenpark oder Personalressourcen sowie Bedarfe aus der Gesellschaft, wie z.B. Beatmungsgeräte und insbesondere deren Komponenten, identifizieren. »Somit können neue regionale und nationale Lieferketten und Netzwerke entstehen«, freut sich Jennifer Reinz-Zettler, Mobilitätsexpertin bei Bayern Innovativ. Mit ihrem Netzwerk greift die staatseigene Bayern Innovativ dem Projekt nachhaltig unter die Arme und unterstützt mit ihren Kontakten aus dem Cluster Automotive und dem Bereich Medizintechnik das gemeinsame Vorgehen, um freie Kapazitäten in der Produktion, beispielsweise der Automobilzulieferindustrie und bei Komponentenfertigern, zu eruieren.

Marketplace-Plattform informiert, berät und vernetzt

Die Plattform gibt Auskunft über eine Reihe von Fragen. So lassen sich darüber geeignete Produktionspartner finden, technische Daten zum Produkt abrufen, Anforderungen von Produkten spezifizieren oder rechtliche, behördliche und medizinische Experten kontaktieren, um deren Expertise in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus soll die Plattform zum Austausch von Wissen und dem gezielten Vernetzen von Wissensträgern – und das nicht nur in Zeiten von Corona, sondern auch darüber hinaus – dienen.

Resonanz besser als erwartet

Knapp eine Woche nach Kick-off kann die Gruppe bereits erfreuliche Fortschritte verkünden: »Wir sind deutlich weitergekommen als wir anfänglich gedacht hätten. Es gab allgemein eine starke Resonanz und ein hohes Maß an Beteiligung und Hilfsbereitschaft. Dabei bringen sich vor allem viele Privatpersonen mit ihrer beruflichen Expertise ein. In unserem Kern-Team sind Softwareentwickler, IT- und Lieferketten-Experten, Mediziner, Marketing- und Vertriebsspezialisten sowie Ingenieure, unter anderem aus Automobil- und Industriekonzernen«, berichtet ein Mitglied aus dem Kernteam der Gruppe und ergänzt: »Wir sehen aber auch, dass es ein großes Interesse aus der Industrie gibt. Uns erreichen Hilfsangebote von Unternehmen, die z.B. konkret beim Thema Engineering unterstützen möchten oder digitale Lösungen für den Marketplace bieten können«.
Nun gilt es, mit Hilfe von Bayern Innovativ, den Netzwerkausbau gezielt voranzutreiben und Akteure aus unterschiedlichen Branchen mit unterschiedlichen Technologien und Lösungsansätzen bzw. Know-how aktiv zusammenzubringen. Dass dies gelingen wird, ist sich die Gruppe #industryvsvirus sicher und präsentiert ihre Idee in den kommenden Tagen vor diversen Verbänden, wie zum Beispiel dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI).