Freescale Geschäftsjahr 2010 bringt steigenden Umsatz, aber eine Milliarde Verlust

Die Bilanz des Halbleiterherstellers Freescale für das Geschäftsjahr 2010 zeigte im Vergleich zum Vorjahr einen um 27 % gewachsenen Umsatz, allerdings wurde primär auf Grund eines Rückkaufes von Anleihen ("Gain on extinguishment") ein Verlust von mehr als 1 Mrd. Dollar erzielt.

Im operativen Geschäft konnte Freescale seine Verluste von 1,2 Mrd. Dollar in 2009 auf 61 Mio. Dollar inn 2010 verringern. Dazu trug primär der gestiegene Umsatz auf 4,458 Mrd. Dollar aber auch weitere Kosteneinsparungen bei. So wurden die Investitionen in Forschung & Entwicklung von 833 Mio. Dollar in 2009 auf 782 Mio. Dollar in 2010 verringert, was bezogen auf den Umsatz einen Rückgang von 23,74 % auf 17,54 % entspricht.

Das Umsatzwachstum betraf bis auf die Handy-Sparte, wo man gegenüber 2009 nochmals einen Rückgang auf 455 Mio. Dollar hinnehmen musste, alle weiteren Geschäftsbereiche: Die Verkaufserlöse mit Mikrocontrollern stiegen auf 1,6 Mrd. Dollar, die Netzwerk- und Multimedia-Sparte erlöste 1,2 Mrd. Dollar und der Bereich HF, Analog und Sensorik rund 1 Mrd. Dollar.

Freescale betonte ja in der Vergangenheit immer wieder, wie stark das Eigenkapital sei: Zum Ende des Geschäftsjahres 2010 hatte man rund 1 Mrd. Dollar in der Kriegskasse, was rund 300 Mio. weniger sind als Ende 2009. Geringe Wertberichtigungen nach unten musste Freescale bezüglich seiner Immobilien hinnehmen, deren Bewertung  um 200 Mio. Dollar auf 1,1 Mrd. Dollar gesenkt wurde. Kaum verändert haben sich die langfristigen Verpflichtungen: Immer noch stehen rund 7,5 Mrd. Dollar langfristige Kredite zu Buche.

Freescale-CEO Rich Beyer sieht die Lage eines Unternehmens nichts desto trotz positiv: Eine Rekord-Zahl von Design-Wins in 2010 werden sich ja erst zukünftig positiv in der Unternehmensbilanz auswirken, nämlich dann, wenn das Silizium tatsächlich ausgeliefert wird.