Elektronik-Mikrocontroller-Studie 2011 Fast 30 % der Teilnehmer wollen zu ARM wechseln

Von Oktober bis Ende November 2011 beantworteten über 1100 elektroniknet-Leser neben ihrer eigenen beruflichen Situation insgesamt 13 Fragekomplexe mit 19 Einzelfragen zu Mikrocontroller-Trends und Herstellerzufriedenheit. Die Auswertung liegt nun vor und kann über die Redaktion Elektronik bezogen werden. Fast 30 % der Teilnehmer, die heute noch eine herstellerspezifische Architektur einsetzen, wollen auf den Standard ARM wechseln.

Es gibt viele – meistens amerikanische – Marktforschungsinstitute, die Analysen hinsichtlich des Mikrocontroller-Marktes vornehmen. Diese sind in der Regel globaler Natur und berücksichtigen die Besonderheiten des deutschen Marktes mit den Schwerpunkten u.a. Industriegeschäft und Automotive nur bedingt. Diesem Defizit wollte die Elektronik mit dieser für den deutschen Markt spezifischen Studie begegnen.

Insgesamt wurden 1107 Fragebögen vollständig und plausibel beantwortet. Die E-Mail-Adresse aller Teilnehmer liegt vor. Mehrfachteilnehmer wurden herausgefiltert, ebenso unplausible Antworten (z.B. Nutzung einer 8-bit-MCU eines Herstellers, der diese gar nicht anbietet). Gleiches trifft für anonyme E-Mail-Adressen zu.

820 Teilnehmer, d.h. 74 % der ausgewerteten Teilnehmer arbeiten als Entwickler oder Systemingenieur – haben also während der Arbeit direkt mit den Produkten der Chip-Hersteller zu tun (Bild 1). Dies macht die folgenden Ergebnisse besonders glaubwürdig.

Die Teilnehmer spiegeln die in Deutschland starken Geschäftsbereiche wieder: Industrieelektronik, Automotive und Kommunikation machen alleine 63 % der Teilnehmer aus, inkl. Ingenieurbüros sogar 72 % (Bild 2). Dies sind die primären Zielgruppen der Halbleiterhersteller.

Die meisten Teilnehmer gab es bei Großunternehmen (Bild 3). Während auf kleine Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern (Definition laut Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn) nur 13 % aller Teilnehmer entfielen, kamen auf Mittelständler (10-499 Mitarbeiter) 46 % und auf Großunternehmen (>= 500 Mitarbeiter) rund 41 %. Damit (87 % mittlere und große Unternehmen) sind die folgenden Ergebnisse für die Geschäfte der Halbleiterhersteller von besonderer Bedeutung.

Die Mikrocontroller-Welt geht Richtung ARM und 32 bit

Immerhin 29 % der Teilnehmer gaben an, dass sie von einer herstellerspezifischen Architektur zum Industriestandard ARM wechseln wollen - 30 % gaben als Grund für einen Wechsel an, dass dadurch eine Migration von einem Mikrocontroller zu einem anderen vereinfacht würde, weitere 30 % wollen einfach nur herstellerunabhängiger werden (Bild 4).

Am härtesten getroffen durch die geplanten Wechsel wird der Hersteller Atmel mit seinen AVR-Mikrocontrollern - immerhin ein Drittel der Wechselwilligen setzt heute auf diese Architektur.

Einen Wechsel von einem 8- oder 16-bit-Controller auf eine 32-bit-MCU haben immerhin 40 % der Teilnehmer vor. Als Hauptgrund wird mit fast 50 % Zustimmung die mangelnde Rechenleistung der heute eingesetzten 8- und 16-Bitter angegeben (Bild 5). Was sehr bemerkenswert ist, ist die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der 32-bit-Umsteiger dies bereits in den nächsten 12 Monaten vorhat.

Die Gesamtergebnisse der Studie können über redaktion@elektronik für 990 Euro bezogen werden. Ein elektronischer Versand als PDF-Datei ist nicht möglich.

Alles über die ARM-Architektur, Migration, Softwareentwicklung und Entwicklungstools erfahren Sie auf der 2. Konferenz für ARM-Systementwicklung, die vom 11.-12. Juli 2012 in München stattfindet. Vortragsvorschläge sind noch bis zum 28. März herzlich willkommen! Alles weitere hierzu finden Sie unter www.arm-entwicklerkonferenz.de.

 

Bilder: 4

Elektronik Mikrocontroller-Studie 2011

Insgesamt beiteiligten sich über 1100 Menschen an der Studie.