Forschungsrangliste F&E behält oberste Priorität

Rund 402 Mrd. Euro investierten im Jahr 2009 die auf der Welt in Forschung und Entwicklung (F&E) führenden Unternehmen. Das ist das Ergebnis der vom Institute for Prospective Technological Studies (IPTS) erarbeiteten Studie: "The 1010 EU Industrial R&D Investment Scoreboard."

Das IPTS ist eines von sieben wissenschaftlichen Instituten des Joint Research Centres (JRC) der Europäischen Kommission. Gegenüber dem Vorjahr sank die Gesamtsumme zwar um zwei Prozent, aber vor dem Szenario einer kriselnden Weltwirtschaft, die den Unternehmen Umsatzeinbußen von zehn und Gewinneinbußen von 21 Prozent bescherte, kann von einem Rückgang der Bedeutung von F&E nicht die Rede sein. Vor allem bei den Großunternehmen sind, so die Studie, F&E oberste Priorität geblieben. So haben die Top-Unternehmen der pharmazeutischen Industrie ihre F&E-Aufwendungen um rund fünf Prozent gesteigert.
 
1400 Einträge weist die Rangliste der forschungsstärksten Unternehmen aus. Im Ländervergleich liegen die USA mit 504 Unternehmen auf dem ersten Rang, gefolgt von Japan (259 Unternehmen) und Deutschland (104 Unternehmen). Auf den Plätzen vier, fünf und sechs folgen England, Frankreich und Taiwan mit jeweils 77, 59 und 45 Unternehmen. Die großen europäischen "Forschungsunternehmen" gaben unterm Strich 2,8 Prozent ihrer Umsatzes für "Zukunftsinvestitionen" aus, die japanischen allerdings 3,8 Prozent und die US-amerikanischen immerhin 4,8 Prozent.

Diese Unterschiede sind allerdings darauf zurückzuführen, dass in den USA und in Japan die Betriebe aus der IT-Branche und der Pharmaindustrie gelistet sind, während in Europa die Automobilindustrie stärker vertreten ist, deren Forschungsquote in der Regel geringer ist als die der Halbleiter- und Elektronik-Hersteller. So führt mit 5,8 Mrd. Euro der Volkswagen-Konzern die europäischen Forschungsrangliste an. Die Unternehmen Siemens, Daimler, Bosch und Bayer sind in der europäischen Top-Ten-Liste zu finden.

Die höchsten Wachstumsraten bei den F&E-Aufwendungen hatten China und Indien zu verzeichnen: China plus 40 und Indien plus 27 Prozent. Beide Länder sind im Vergleich zu 2008 dementsprechend mit acht zusätzlichen Unternehmen in der Top-1400-Liste vertreten.