6. VDE/ZVEI-Mikroelektronik-Symposium Eine Kursänderung ist nötig!

Investitionen und Förderung

Dr. Georg Schütte, Staatssekretär beim Bundesministerium für Bildung und Forschung, sprach über die Innovationsförderpolitik und betonte dabei den Aspekt der „Technologie-Souveränität“. Im Bereich der Mikroelektronik und Softwaretechnik gebe es aktuell zu große Abhängigkeiten von ausländischen, nicht-europäischen Anbietern. Schütte berichtete, dass sein Ministerium bereits im Februar ein bis 2020 laufendes Förderprogramm zur Mikroelektronik-Forschung in Höhe von 400 Mio. Euro beschlossen habe.

Daneben werde derzeit ein weiteres Investitionsprogramm für die Mikroelektronik-Produktion auf europäischer Ebene beraten. Bei Zustimmung durch den Bundestag werde das Bundeswirtschaftsministerium dafür 1 Mrd. Euro bereitstellen, die in Kombination mit Eigenmitteln aus der Industrie ein Investitionsvolumen von 6 Mrd. Euro für die Mikroelektronik in Europa auslösen sollen.

Mit einem neuen Kooperationsverhalten innerhalb der Automobilbranche rechnet Ricky Hudi, Geschäftsführer der FMT Future Mobility Technology GmbH und zuvor langjähriger Leiter der Elektronik-Entwicklung der Audi AG. „Die Automobilindustrie befindet sich im radikalsten Umbruch seit ihrem Bestehen“, lautete Hudis Diagnose. Die in den letzten 100 Jahren von den Auto-Herstellern perfektionierte „Car Experience“  werde nun um die „User Experience“ seitens der Nutzer ergänzt, für die das Smartphone zum zentralen Steuergerät werde. „Das Fahrzeug hat für den Nutzer dann nicht mehr zu tun als eine App“.

Die individuelle Verkehrsplanung im Jahr 2025 könnte möglicherweise so aussehen, dass der Nutzer sonntags am Kaffeetisch für die unterschiedlichen Aufgaben in der kommenden Woche von der Geschäfts- oder Einkaufsfahrt bis hin zum Freizeitausflug bei einem Mobilitäts-Provider per App verschiedene Fahrzeuge von der Limousine bis zum SUV bestellt. Für die OEMs stehe der epochale Wandel vom Maschinenbauer hin zum Software- und Dienstleistungsunternehmen bevor. Zugleich müssten neue Formen der Zusammenarbeit mit Kunden und mit Wettbewerbern entwickelt werden. „Das Zauberwort der Zukunft heißt Coopetition“, erklärte Hudi.

Im Anschluss an die Vorträge konnten die Teilnehmer eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik verfolgen. Am traditionellen „Technologiepolitischen Abend“ beteiligten sich in diesem Jahr Prof. Dr. Thomas Form aus der Konzernforschung der Volkswagen AG, RA Prof. Dr. Thomas Klindt von der europäischen Wirtschaftskanzlei Noerr LLP, Peter van Staa von der Robert Bosch GmbH, Andreas Rimkus, Mitglied des Bundestags für die SPD und Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur im Deutschen Bundestag sowie Kurt Sievers, CEO bei NXP Semiconductors Germany.

nach Unterlagen von Manfred Ronzheimer

 

 

Die GMM 
GMM MitgliederinfoDie GMM ist die bedeutendste unabhängige, wissenschaftliche Organisation auf dem Gebiet der Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik im deutschsprachigen Raum.
Als Medienpartner berichtet die Elektronik regelmäßig über die Aktivitäten des Verbands.