Comeback von Frans van Houten Ehemaliger NXP-CEO wird neuer Philips-Vorstand

Vor rund 18 Monaten zur Weihnachtszeit 2008 hatte die New Yorker Private Equity Firma Kohlberg Kravis and Roberts (KKR), Eigentümer des niederländischen Chip-Herstellers NXP, CEO Frans van Houten gefeuert. Bei der ehemaligen Konzernmutter Philips feiert van Houten nun ein erstaunliches Comeback.

Im März 2011 geht Noch-Philips-CEO Gerard Kleisterlee in Rente. Bei der Suche nach einem Nachfolger erinnerte man sich offensichtlich an die außerordentlichen Fähigkeiten van Houtens, ganz besondere Geschäfte abzuschließen. So handelte er zu Gunsten von Philips mit KKR einen Kaufpreis von 11 Mrd. US-Dollar für NXP aus, was aus damaliger Sicht - man stand gerade am Anfang eines Abschwungs in der Halbleiterindustrie - sicherlich als stolzer Kaufpreis anzusehen ist und die Kassen von Philips mehr füllte als erwartet.

Als KKR im Anschluss NXP mit Schulden in Höhe von rund 6 Mrd. Dollar belastete und die Firma dringend Geld brauchte, handelte van Houten mit ST-Ericcson den Verkauf der Wireless-Geschäftes von NXP aus und erzielte wiederum einen stolzen Kaufpreis: 1,6 Mrd. Dollar legte ST-Ericcson auf den Tisch. Dieser Deal ist umso bemerkenswerter, als dass zur selben Zeit Freescale ebenfalls händegringend - wie wir heute wissen vergeblich - einen Käufer für sein Wireless-Geschäft suchte. Am Ende blieb nur der Ausstieg aus diesem Geschäftsbereich.

Philips selbst hat ja sicherlich eines der besten Geschäfte dieses Jahrhunderts in der Elektronikindustrie abgeschlossen, als man zusammen mit der taiwanischen Regierung die heute weltgrößte Foundry Taiwan Semicondurctor Manufacturing Company (TSMC) gründete. Insofern holt man sich mit van Houten einen erfahrenden und erfolgreichen "Deal-Maker" an Bord.