Nicht alles ist Silizium Die Top-150-Unternehmen im Silicon Valley

In dem Film “Im Angesicht des Todes” rettet James Bond das kalifornische “Tal des Siliziums” und damit den Großteil der amerikanischen Chip-Industrie. Unter den Top-150-Unternehmen sind heute allerdings nur noch rund ein Drittel direkt in der Chip-Industrie tätig und generieren zusammen trotz Intel weniger Umsatz als der größte Chip-Konsument Apple.

Seit im Jahr 1968 der größte Chip-Hersteller der Welt, Intel, im kalifornischen Santa Clara gegründet wurde, haben sich in der “Bay-Area” genannten Gegend derart viele Unternehmen der Halbleiterindustrie angsiedelt, dass man bald nur noch vom Silicon Valley, dem Tal des Siliziums sprach.

Von den 150 umsatzstärksten Firmen des Jahres 2011 im Silicon Valley haben allerdings nur noch 49 direkt mit der Chip-Industrie zu tun, sei es, weil sie Halbleiter selbst designen und/oder produzieren, Tools für Fabs entwickeln oder wie z.B. im Fall von Cadence Design-Software für Chips verkaufen.

Diese 49 Firmen mit fast 221.000 Mitarbeitern haben 2011 zusammen einen Umsatz von fast 114 Mrd. Dollar (rund ein Fünftel der Top-150 insgesamt) und dabei einen Gewinn von mehr als 21 Mrd. Dollar erzielt, Die Unternehmen sind zusammen an der Börse rund 278 Mrd. Dollar wert. Dabei muss man jedoch berücksichtigen, dass alleine Gigant Intel für fast 50 % des Umsatzes der gesamten Chip-Industrie im Silicon Valley steht und 100.00 Mitarbeiter beschäftigt. Mehr als die Hälfte der Halbleiter-Vertreter in den Top-150 generiert nämlich weniger als 500 Mio. Jahresumsatz.

Richtiger wäre es heute, das “Silicon Valley” in “Silicon Consumer Valley” umzubenennen. Apple führt die Liste der Top-150 an und zwar mit Zahlen, die in allen Bereichen die gesamte Chip-Industrie übertreffen und selbst Intel zum Zwerg mutieren lassen: Ein höherer Umsatz (128 Mrd. Dollar gegenüber 114 Mrd. Der Chip-Industrie insgesamt), ein höherer Gewinn (33 Mrd. Dollar gegenüber 21,5 Mrd. Dollar der Chip-Industrie insgesamt) und ein höherer Börsenwert (559 Mrd. Dollar gegenüber 278 Mrd. Dollar der Chip-Industrie insgesamt).

Auch auf Platz 2 folgt mit HP ein Chip-Konsument, dessen Umsatz 2011 alleine höher war als der sämtlicher Halbleiter-Unternehmen zusammen.

Wie geht es mit dem Valley weiter?

Laut der Strategieberatung Moor Insights & Strategy ist das Silicon Valley auch heute noch ein attraktiver Platz für High-Tech-Firmen, da man sehr gut ausgebildete Fachkräfte findet. Das Problem ist nur, diese sind teuer und andere Länder holen im Bereich Ausbildung auf.

Die Schlußfolgerung von Moor Insights & Strategy: “Das Valley darf sich in seiner Posuition nicht ausruhen, denn nichts wird ewig bestehen”.

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Die Top-150-Unternehmen im Silicon Valley

Auch wenn es das "Tal des Siliziums" ist: Nur rund ein Drittel der Top-150 haben direkt mit der Chip-Industrie zu tun. Diese sind in den Bildern rot eingerahmt.