Hall of Fame Die "Elektronik"-Autoren der Jahre 2004 bis 2010

Artikel des Jahres Hall of Fame
Artikel des Jahres Hall of Fame

Die Elektronik-Redaktion zeichnet seit 2004 jedes Jahr die besten Fachartikel aus und kürt die „Top-Autoren“ des Jahres. Mit der Auszeichnung für die besten Artikel eines Jahres würdigt die Elektronik-Redaktion die Leistung ihrer externen Autoren, die ihr Wissen einem breiten Leserkreis zugänglich machen.

Das Themenspektrum moderner Elektronik erstreckt sich vom Chipentwurf bis zum fertigen Gerät, von der Hardware- Programmierung bis zur abstrakten Modellbildung, von A wie Automatisieren bis Z wie ZigBee. Die Elektronik-Redaktion sieht ihre Aufgabe darin, den Überblick über alle diese Themen zu behalten, neue Entwicklungen und interessante Produkte aufzuspüren und die Leser darüber auf dem Laufenden zu halten. Wenn es allerdings ans „Eingemachte“ geht, dann kennen sich damit nur die Fachleute aus, die täglich mit der entsprechenden Technik zu tun haben. Auf diese Fachleute ist die Elektronik angewiesen, wenn es um technisch detaillierte und anspruchsvolle Fachaufsätze geht. Während ihrer Arbeit greifen die Entwickler häufig auf Fachartikel aus der Elektronik zurück. Aus Umfragen wissen wir, dass gute Artikel gesammelt, abgeheftet, in Vorlesungen und Vorträgen zitiert und mitunter jahrelang archiviert werden.

Mit der Wahl der „Artikel des Jahres“ durch die Elektronik-Redaktion sprechen wir den Fachleuten eine besondere Anerkennung aus, die ihr Wissen nicht für sich behalten, sondern es mit Mühe und Sorgfalt für eine Veröffentlichung aufbereiteten. Die Auszeichnung der "Top-Autoren" soll gleichzeitig auch ein ein Anreiz für alle Fachleute sein, sich selbst als Autor zu betätigen, um Wissen mit Qualität und Tiefgang weiterzugeben.

 

Die "Top-Artikel" des Jahres 2010

 

Richtig mit Akkus umgehen - Zustandsdiagnoseverfahren für Blei-Akkus in unterbrechungsfreien Stromversorgungen. Elektronik power 2010, S. 51 - 54.

Meinung der Redaktion: Die Arbeit eines Ingenieurs beginnt häufig damit, dass er überzeugt ist, etwas besser machen zu können. Angetrieben von dieser Idee, beschäftigt er sich dann intensiv mit der Thematik, bis er weiß, wie sich die angestrebte Verbesserung auch erreichen lässt. Ein klassisches Beispiel für diese ingenieurgemäße Vorgehensweise ist die Entwicklung eines neuen Akku-Ladeverfahrens durch Dr. Dambrowski. Er wollte die Lebensdauer von Akkuzellen verbessern. Dabei erkannte er, dass die bisher gebräuchlichen Akku-Ladeverfahren die Zellen beim Laden schädigen. Um ein optimales Ladeverfahren zu entwickeln, beschäftigte er sich intensiv mit den chemischen Energiespeichern. Da die bisher angewendeten Modelle für Akku-Zellen sich als genauso schlecht erwiesen wie die Ladeverfahren, machte er sich an die Arbeit, eigene Modelle zu entwickeln. Solche „Grundlagenforschung“ an Sekundärzellen erfordert spezielle Messtechnik und lange Testreihen. Die Arbeit hat sich gelohnt – in vielerlei Hinsicht. Dr. Dambrowski entwickelte ein Akku-Diagnoseverfahren – denn wer Akkus richtig laden will, der muss auch wissen, in welchem Zustand sich der Akku befindet – und ein neues Akku-Ladeverfahren: die adaptive Stromstufen-Ladetechnik. Lobenswerterweise hat er seine Ingenieursarbeit dokumentiert und daraus einen Fachaufsatz geschrieben, den er bei der Elektronik einreichte. Beim Schreiben ging Dr. Dambrowski genauso gründlich an die Arbeit wie beim Entwickeln.

Dr. Jonny Dambrowski  forscht als Akademischer Rat am Lehrstuhl für elektrische Energiespeichertechnik, der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der TU München an mathematischen Methoden zur modellbasierten Zustandsdiagnostik und Algorithmen zur Parameteridentifikation in Batteriemodellen. Darüberhinaus leitet er Seminare über elektrochemische Energiesspeichersysteme und Methoden der künstlicher Intelligenz und hält Mathematik-Vorlesungen für Ingenieure im Hauptstudium und Doktoranden der Ingenieurwissenschaften.

jonny.dambrowski@tum.de

 

Sensornetze mit energiesparender Funktechnik - Messwerte mit geringem Energieeinsatz erfassen und übertragen. Elektronik wireless 2010, S. 42 - 47.

Meinung der Redaktion: Zur täglichen Arbeit eines Ingenieurs gehört auch, dass er sich mit den Produkten von Zulieferern beschäftigt, um zu wissen, wie sie sinnvoll angewendet werden können. Hier kommen Ur-Instinkte des Menschen zu Ehren: Neugier und Spieltrieb. Dinge austesten – bis an ihre Grenzen. Eine derartige Arbeit hat Klaus Dembowski vom Institut für Mikrosystemtechnik an der Technischen Universität Hamburg-Harburg gemacht. Er hat sich energiesparende Funkmodule für Sensornetzwerke vorgenommen und damit „rumgespielt“. Seine dabei gewonnenen Erkenntnisse gehen über das hinaus, was die Hersteller in Datenblättern und Applikationsschriften preisgeben. Herr Dembowski hat alles Relevante in einen Fachaufsatz gepackt. Für die sauber dokumentierten Ergebnisse seines „Spieltriebs“ erhielt Klaus Dembowski nun die Auszeichnung zum „Autor des Jahres 2010“.

Dipl.-Ing. Klaus Dembowski ist Wissenschaftlicher Angestellter im Institut für Mikrosystemtechnik an der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Sein Zuständigkeitsbereich umfasst die Entwicklung von Hard- und Software für Mikrosysteme mit dem aktuellen Schwerpunkt Energy-Harvesting-Anwendungen.


dembowski@tuhh.de

 

 

 

Oberflächliches. Silverlight und Multitouch: Windows 7 hat die Technik für eine neue Generation von Bedienoberflächen an Bord. Elektronik 2010, H. 12, S. 49 – 51.

 

Meinung der Redaktion: Stefan Hoppe beschreibt in seinem Beitrag die Silverlight-Technologie, die Microsoft für den Entwurf und die Programmierung neuartiger Benutzeroberflächen entwickelt hat. Zur Erklärung kurz so viel: Mit Silverlight lassen sich 3D-Benutzeroberflächen mit so genannten Karussells, Touch-Screen-Bedienung und Gestenerkennung bauen. Für den Entwicklungsprozess ist wichtig, dass Programmlogik und Oberflächendesign streng getrennt sind. Ein Grafikdesigner kann also auch nachträglich noch die Oberfläche verändern, ohne dafür einen Programmierer zu bemühen. Autor Stefan Hoppe geht bei seinem Artikel – ganz im Gegensatz zum Titel – ganz und gar nicht oberflächlich vor, sondern skizziert zunächst das theoretische Fundament und berichtet dann aus seiner Beschäftigung mit Silverlight, wie der Einstieg am besten gelingt. Außerdem baut er durch den Vergleich mit den bisherigen Werkzeugen und Programmiermodellen dem Leser eine Brücke zu seinem eigenen Erfahrungshorizont. Ein Artikel, der mustergültig eine Einführung in eine neue Technik zeigt!

Stefan Hoppe ist Produktmanager TwinCAT bei der Firma Beckhoff Automation in Verl und „Microsoft Most Valuable Professional“ (MVP) für Embedded Windows.

s.hoppe@beckhoff.com

 

 

 

 

 

Jenseits des Horizonts – MOST als Vernetzungsinfrastruktur für verschiedene Fahrzeugdomänen. Elektronik automotive Sonderausgabe MOST 2010, S. 51 – 53.

 

 Meinung der Redaktion:Der Artikel von Harald Schöpp, den er für die Sonderausgabe MOST der Elektronik automotive verfasst hat, sticht aus den typischen Beiträgen für die Ausgaben unseres Fachmagazins heraus. Der Autor erläutert hier nämlich nicht einen technischen Sachverhalt, sondern er beschreibt ein Szenario, in dem die Nutzbarkeit des speziell für die Vernetzung der Multimedia-Geräte im Automobil entwickelten optischen Systembusses MOST als Sensor-Netzwerk für künftige Fahrerassistenz-Systeme dargelegt wird. Bei seiner Entwicklung eines Szenarios der Vernetzung von Sensoren und Steuergeräten für die Realisierung eines weitgehend autonomen Fahrerassistenzsystems gelingt es dem Autor, nicht nur die technischen Grundlagen von MOST auf verständliche Weise darzustellen, sondern in der Erläuterung der künftigen Anforderungen Eigenschaften des Systems darzustellen, die in den funktionalen Beschreibungen nur selten Erwähnung finden. Der Ansatz einer konkreten Schilderung eines Zukunftsszenarios, den Harald Schöpp hier gefunden hat, gibt ein Beispiel für die kreative Gestaltung von Übersichtsartikeln zu eigentlich bekannten Technologien, Standards und Systemen.

Harald Schöpp ist Vice President Marketing des Automotive-Information-Systems-Geschäftsbereiches von SMSC. Er ist gründungsmitglied der MOST Cooperation und repräsentiert SMSC im Steuerkreis.

harald.schoepp@smsc.com