ZVEI Deutsche Elektroindustrie schließt 2019 mit Minus ab

Dr. Andreas Gontermann, ZVEI
Dr. Andreas Gontermann, Chef-Volkswirt beim ZVEI: »Das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie hat zu Jahresbeginn erstmals seit einem halben Jahr wieder in positives Terrain gedreht. Gleichzeitig haben die Unternehmen der Branche ihre Produktionspläne stark nach oben revidiert«

Jetzt ist es offiziell: Die deutsche Elektroindustrie war 2019 im Rückwärtsgang unterwegs. Allerdings erwartet der ZVEI im Jahresverlauf 2020 eine Erholung.

Im Dezember 2019 verzeichnete die deutsche Elektroindustrie 1,0 Prozent weniger Auftragseingänge als im Vorjahr. »Immerhin war dieser Rückgang deutlich geringer als in den Monaten zuvor und auch niedriger als im Durchschnitt des gesamten letzten Jahres«, stellte Dr. Andreas Gontermann, Chef-Volkswirt beim ZVEI fest. Während die Inlandsbestellungen im Dezember um 7,4 Prozent nachgaben, erhöhten sich die Aufträge aus dem Ausland um 3,8 Prozent. Aus dem Euroraum gingen 8,5 Prozent weniger neue Bestellungen ein, aus Drittländern jedoch 10,6 Prozent mehr.
Im gesamten Jahr 2019 sanken die Bestellungen um 3,2 Prozent. Die Inlandsaufträge (-4,6%) fielen doppelt so stark wie die Auslandsaufträge (-2,2%). Während die Geschäftspartner aus der Eurozone 4,6 Prozent weniger orderten als im Vorjahr, fiel der Rückgang der Bestellungen aus dem Nicht-Euroraum mit minus 0,8 Prozent moderater aus.

 

Produktion fällt um 6,7 Prozent

Die preisbereinigte Produktion der deutschen Elektroindustrie blieb im Dezember 2019 um 6,7 Prozent hinter ihrem Vorjahreswert zurück. Kumuliert von Januar bis Dezember letzten Jahres nahm der Branchenoutput damit um 4,3 Prozent ab. Während die Kapazitätsauslastung zu Jahresbeginn 2020 nochmals um zwei Prozentpunkte auf 81,5 Prozent der betriebsüblichen Vollauslastung nachließ, hat sich die Reichweite der Auftragsbestände auf 3,4 Monate erholt.
Beim Umsatz mussten die deutschen Elektrounternehmen im Dezember 2019 ein Minus von 3,5 Prozent gegenüber Vorjahr auf 15,1 Mrd. Euro hinnehmen. Inlands- und Auslandsumsatz gingen gleich stark zurück (-3,4% auf 7,0 Mrd. € bzw. -3,5% auf 8,1 Mrd. €). Die Geschäfte mit Partnern aus dem Euroraum gaben um 5,2 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro nach, die mit Partnern aus Drittländern um 2,7 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro.

Leichtes Umsatzminus von 1,5 Prozent

Im gesamten Jahr 2019 belief sich der aggregierte Branchenumsatz damit (vorläufig) auf 190,5 Mrd. Euro – ein Minus von 1,5 Prozent im Vergleich zu 2018. Die Inlandserlöse reduzierten sich hier um 2,2 Prozent auf 89,7 Mrd. Euro, die Auslandserlöse um 0,9 Prozent auf 100,8 Mrd. Euro. Das Geschäft mit Kunden aus der Eurozone und Partnern aus Drittländern ging gleich stark zurück: minus 1,0 Prozent auf 36,9 Mrd. Euro bzw. minus 0,9 Prozent auf 63,9 Mrd. Euro.

Geschäftsklima im Aufwind

»Das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie hat zu Jahresbeginn erstmals seit einem halben Jahr wieder in positives Terrain gedreht. Gleichzeitig haben die Unternehmen der Branche ihre Produktionspläne stark nach oben revidiert«, erklärte Gontermann. »Wir gehen davon aus, dass sich die Elektroproduktion im Verlauf dieses Jahres erholen wird. Allerdings dürfte der Output dabei kaum über das 2019er Niveau hinauskommen.«